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Eine musikalische geschichtliche Technik- und Gesellschafts- Historie aus 1960 in 3 Teilen - Hier von "1910-1934" (Polydor)

jeweils 12 Singles pro Kassette

November 2009 - Eigentlich hätten 1960 die 45er Schall- platten bereits eine gute Qualität haben müssen. Dem ist leider nicht so. Manche dieser Scheiben klingen einfach nur grausam. Damit hat sich weder Polydor noch Bertelsmann irgend einen Dienst erwiesen, im Gegenteil. Es riecht nach simpler primitiver Geldmache ähnlich den ehemals allbekannten Billig-Labels a la Keytel, Arcade und Europa (-Gurken-) Platten.

Also werfen wir einen Blick auf (und in) die drei großen langen Kassetten von 1960, in der jeweils 12 Stück der 45er Singel-Schallplatten als sogenannte kleine Langspielplatten enthalten waren. Was diese Schallplattenring Edition für uns hier so wertig macht, hinten auf der Rückseite war jeweils ein Stückchen Zeitgeschichte aufgedruckt.

Sicherlich sind die Begleit-Texte irgendwie auch leicht politisch (1960er Jahre) gefärbt, aber immerhin chronologisch mit interessanten Informationen aus der U-Musik Branche. - Dort finden Sie Zeitmarken und Informationen zu der Entwicklung der Schallplatte, des Radios, des Fernsehens und des Kinos und zu den damals bekanntesten Interpreten.

Nachtrag / Korrektur aus dem Sommer 2018

Nach intensivem Studium der Entstehung der 33er LP und 45er "Single" zwischen 1948 und 1950 sowie der Erweiterung beider Platten auf Stereo in 1958 wurde eine Wissenslücke offfenbar. Die Abtastnadeln (Diamanten) der modernen Stereoabtaster sind zu dünn für die alten 33er und 45er Mono Platten. Wir sprechen von 25µm zu 15µm und das sind Welten. Daß auf ganz ganz vielen Mono-Platten- Covern immer noch oder wieder drauf steht, auch mit Stereo-Abtastern zu spielen, ist leider vorsätzliche Volksverdummung. Es funktioniert nicht.

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Nr 1 - Teil 1 (von 3) Es beginnt 1910

  • 1910 Komm in meine Liebeslaube (Karl Hoschna) Willi Rose, Wilfried Krüger und sein Orchester
  • 1911 Alexanders Ragtime Band (Irving Berlin) Egon Kaiser und sein Orchester
  • 1912 Es war einmal ein treuer Husar (Heinrich Frantzen) Die Monacos - Wilfried Krüger und sein Orchester
  • 1912 Puppchen, du bist mein Augenstern (Jean Gilbert / Alfred Schönfeld) - Willi Rose - Egon Kaiser und sein Orchester


Unsere Reise beginnt im Jahr 1910 - Damals besuchte das russische Kaiserpaar in Potsdam das deutsche Kaiserpaar. Die Frauen trugen erstmals fußfreie Röcke. In vielen Zeitungen konnte man lesen: »Warum Sie einen Edison- Phonographen haben müssen! Weil Sie den flüchtigen Genuß, den Ihnen ein Konzert bietet, in einen dauernden verwandeln können. Weil er Ihnen eine unerschöpfliche Quelle wahrhaften Kunstgenusses ist!« Aber das dem Trichter entströmende Geräusch hörte sich vielmehr an wie der Lärm aufeinanderrasselnder Konserven- büchsen. So sagte das Publikum schlicht: Konservenmusik. Erlauchte Namen standen auf den Platten-Etiketten: Frieda Hempel, Pablo de Sarasate, Leo Slezak, Enrico Caruso.


1911 nannte man den Plattenspieler »Des Spießers Wunderhorn«. Eine Zeitung schrieb: »Die Abneigung gegen die automatische Musikmühle gehört zum eisernen Bestand des geistigen Inventars eines jeden gebildeten Menschen.« Amundsen erreichte mit seinem Schiff »Fram« den Südpol. Kaiser Wilhelm entsandte das Kanonenboot »Panther« nach Marokko. Aus dem Pariser Louvre wurde die »Mona Lisa« entwendet. Die sogenannten »Humpelröcke« wurden modern, der Fuß der Dame damit wieder züchtig verhüllt. Die Italiener drehten den ersten »Quo Vadis«-Film. In Deutschland machten Hirth und Garros den ersten Fernflug Berlin-München in der Rekordhöhe von 3900 Metern. In Amerika wurde ein Luftrennen New York - Kalifornien über 6900 Kilometer durchgeführt, für das die Sieger bei 69 Zwischenlandungen 49 Tage benötigten.

1912 erschien der Film-Adreß-Kalender zum erstenmal. 90 Prozent aller Filme waren damals französischen Ursprungs. Der Fußball hatte einen erstaunlichen Aufschwung genommen. Die Zeitungen schrieben allerdings: »Fußball ist kein feiner Sport!« Trotzdem stiftete der Kronprinz einen Wanderpokal, der hochbegehrt war. In Stockholm fanden die Olympischen Spiele statt. Die »Titanic« sank nach einem Zusammenstoß mit einem Eisberg. Der erste Fallschirmabsprung von einem Flugzeug gelang. Ein neues Schlagwort bewegte die Gemüter: der »Expressionismus«. Die neuen Maler und Seher schlossen sich im »Blauen Reiter« und in der »Brücke« zusammen. In den Zeitungen fand man Inserate, die eine neue wunderbare Erfindung anpriesen, mittels der die Büste (der Busen) in 30 Tagen um 15 Zentimeter "entwickelt" wird.

Nr 2 - 1912

  • 1912 Auf der Reeperbahn (Ralph Arthur Roberts) Die Colombinos - Wilfried Krüger und sein Orchester
  • 1913 Die Männer sind alle Verbrecher (Walter Kollo) Brigitte Mira - Wilfried Krüger und sein Orchester
  • 1914 Leuchtkäferchens Stelldichein (Ludwig Siede) Josef Leo Gruber und sein Tanz- und Unterhaltungsorchester
  • 1915 Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht (Emerich Kaiman, Leo Stein'Bela Jenbach) Herbert Prikopa - Chor und Orchester der Wiener Volksoper - Leitung: Franz Bauer-Theußl


1912 kostete das Kilo Weizenmehl 42 Pfennig, 1 Liter Vollmilch 24 Pfennig und 60 Eier 4 Mark 80. Es gab 30.000 Millionäre in  Deutschland, die reichsten waren Kaiser Wilhelm II. und Bertha Krupp. In zwölf Minuten wurde auf funktelegraphischem Wege ein Bild von Berlin nach Paris übertragen. Ein Belgier wollte das Fernsehen einführen. Er sagte: »Wenn in Brüssel eine Parade ist, dann soll man das zu gleicher Zeit auch in Berlin oder London sehen können.« Dieser unbekannte Belgier ist also der eigentliche Vater der »Eurovision«. Karl May schrieb seinen 50. Band. Der Literaturpreis ging an Gerhart Hauptmann.

1913
ehelichte im tiefsten Frieden die Prinzessin Viktoria Luise von Preußen den Prinzen August von Cumberland. Die »Cumberland-Sauce« setzte sich in Deutschland immer mehr durch. Zur Hochzeit von Luise und August kamen das englische Königspaar und der russische Zar nach Berlin. Der deutsche Turbinendampfer »Imperator« machte seine Jungfernfahrt. Er konnte 1.200 Mann Besatzung und 4.000 Passagiere aufnehmen. Albert Schweitzer ging nach Lambarene. In Breslau wurde die Jahrhunderthalle eröffnet. Beethoven- Symphonien erschienen zum erstenmal ungekürzt auf Schallplatten.

1914 erschien Charlie Chaplin zum erstenmal auf der Leinwand mit Bärtchen, Melone, Spazierstöckchen und Watschelgang. Der Titel seines Films lautete: »Wie man sein Leben fristet«. Die Europäer staunten, daß die Arbeiter in Amerika das Vielfache von dem verdienten, das die europäischen Arbeiter gern verdient hätten. Die deutsche Filmwochenschau entstand und brachte die ersten Kriegsberichte. Die Schallplattenfirmen produzierten Marschmusik.


1915 wurde in den preußischen Schulen die Sütterlinschrift als sogenannte »deutsche Schrift« eingeführt. In Deutschland erschien der Ernst-Lubitsch-Film »Die Augen der Mumie Ma« mit Pola Negri, Emil Jannings und Harry Liedtke. Cecil B. de Mille drehte mit der berühmten Opernsängerin Geraldine Farrar den ersten »Carmen«-Film. Der Kinobesuch von Kindern wurde Beschränkungen unterworfen. Immer mehr Frauen traten an die Stelle der eingezogenen Männer an die Maschinen in den Fabriken. Der Schlager des Jahres von Emerich Kaiman trug den Titel: »Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht«.

Nr 3 - 1916

  • 1916 Rose von Stambul (Leo Fall/Julius Brammer/Alfred Grünwald) Rudolf Christ Orchester der Wiener Volksoper - Leitung: Josef Leo Gruber
  • 1917 Erklingen zum Tanze die Geigen (Leon Jessel/August Neidhardt) Erika Mechera - Rudolf Christ - Orchester der Wiener Volksoper - Leitung: Josef Leo Gruber
  • 1918 Du sollst der Kaiser meiner Seele sein (Robert Stolz/Fritz Grünbaum/Wilhelm Stark) Erika Mechera - Josef Leo Gruber und sein Tanz- und Unterhaltungsorchester
  • 1919 Im Prater blüh'n wieder die Bäume (Robert Stolz/Kurt Robitschek) Rudolf Christ - Josef Leo Gruber und sein Tanz- und Unterhaltungsorchester


1916 wurde in Deutschland die Fleischkarte eingeführt mit einer Wochenration von 250 Gramm. Die Damen trugen Hüte mit riesigen Pleureusen. Die Kinder spielten mit schwarzweiß-roten Bällen, auf denen stand: »Ich kenne keine Parteien mehr«. Hindenburg- Bilder auf Kaffeetassen und Sofakissen waren die Mode des Jahres. Fritzi Massary sang im Berliner Wintergarten. Die Amerikaner produzierten den Film »Zivilisation«, und Großbritannien führte die allgemeine Wehrpflicht ein.

Mata Hari

1917 war für die meisten Deutschen die Kohlrübe das Grundnahrungsmittel. Es gab Kohlrübenmarmelade, Kohlrübenschnitzel, Kohlrübengemüse und weitere 99 Varianten dieser Rübenart. Das Märchen von »Rübezahl« verlor bei den Kindern ungeheuer an Popularität. Der Film »Anna dreht Granaten« erschien. Walter Kollo komponierte seine Operette: »Drei alte Schachteln«. Bei MGM erschien der erste Rudolf-Valentino-Film. Lenin reiste im plombierten Eisenbahnwagen von der Schweiz aus durch Deutschland nach Rußland. Graf Zeppelin starb, und dieTänzerin Mata Hari wurde in Paris als deutsche Spionin erschossen. Deutschland befand sich mit 26 Staaten im Krieg. Die Berliner sangen mit Galgenhumor Leon Jessels Schlager »Erklingen zum Tanze die Geigen«.

1918 schrieb Heinrich Mann den Roman »Der Untertan«. Charlie Chaplin drehte den Film Chaplin als Soldat mit dem Titel: »Ein Hundeleben«. Im November ging der Krieg zu Ende. Überall wurden Arbeiter- und Soldatenräte gebildet, in Bayern der Freistaat ausgerufen. Kaiser Wilhelm II. ging ins Exil nach Holland. Der meistgespielte Schlager hieß: »Du sollst der Kaiser meiner Seele sein«.

1919 fand man überall in den Zeitungen Inserate: »Das neue Rasieren mit - WACH AUF! - ohne Seife, Seifencreme, Pinsel und Napf! Jetzt nur noch eine Tube WACH AUF! Das Ideal - rasieren nach sanitätspolizeilichen Vorschriften mit Wasser und Handtuch ...!« Der Friedensvertrag wurde unterzeichnet. Reichspräsident wurde Friedrich Ebert. In Amerika wurde die Prohibition eingeführt. Jack Dempsey wurde Boxweltmeister. Max Reinhardt eröffnete das umgebaute Berliner Schauspielhaus.

Nr 4 - 1919

  • 1919 Whispering (J. Schonberger) Wilfried Krüger und sein Orchester
  • 1920 Salome (Robert Stolz/Arthur Rebner) Heinz Maria Lins - Wilfried Krüger und sein Orchester
  • 1921 Der Bummelpetrus (M. Werner Kersten/Hermann Frey) Brigitte Mira - Willi Rose - Chor - Otto Kermbach und sein Orchester
  • 1922 Wir versaufen unser' Oma ihr klein' Häuschen (Robert Steidl) Willi Rose - Otto Kermbach und sein Orchester



1919 hieß das Thema des Jahres in Deutschland : Schwarz-Weiß-Rot oder Schwarz-Rot-Gold! Der Fahnenstreit beschäftigte alle Gemüter. Man witzelte: »Ach, wär's doch möglich dann, daß uns ein kluger Mann einmal 'ne Fahne schenkt, die keinen kränkt, die dann von Britz bis Tölz flattert auf den Hotels, zeigt, daß wir einig sind bei jedem Wind.«

1920 fanden in Antwerpen nach langer Pause wieder Olympische Spiele statt. Nurmi, der Wunderläufer, errang seinen ersten Sieg. Der FC Nürnberg wurde erstmals deutscher Fußballmeister. In Deutschland wurden eine Filmzensur und der Jazz eingeführt. Der Film »Kohlhiesels Töchter« mit Henny Porten in einer Doppelrolle erschien. Paul Wegener spielte im Film »Der Golem«. Der Ausdruck »Groß-Berlin« wurde geprägt. In Groß-Berlin wurden die Pferde-Omnibusse aus dem Verkehr gezogen. Ein Liter Vollmilch kostete zwei Mark.

1921 kam der Bubikopf in Mode, und eine Aufsehen erregende Erfindung wurde angepriesen: Für 75 Pfennig in Briefmarken konnte man erfahren, gleichviel wie klein man war und wie alt, wie man wachsen und größer werden konnte. Der Erfinder hatte ein ständig wachsendes Bankkonto. Sonstige Erfolge wurden nicht bekannt. Zur gleichen Zeit wirkte in Berlin Joseph Weißenberg als Heilapostel und versuchte in seiner Sekte Krankheiten durch Auflegen von weißem Käse zu heilen. Enrico Caruso starb. Die Berliner Avus wurde eröffnet. Tausende von Berlinern kamen nun schneller zum Wannsee. Der Schlager des Jahres hieß: »Bummelpetrus«.

1922 fand Arnold Schönberg die »Methode, mit zwölf Tönen zu komponieren«. Wilhelm Furtwängler übernahm die Leitung des Leipziger Gewandhausorchesters, Fritz Busch dirigierte an der Dresdner Staatsoper. Friedrich Ebert erklärte das »Deutschlandlied« zur Nationalhymne. In Berlin entstand das erste Fernsprech-Selbstanschlußamt. Es gelang die drahtlose Übertragung eines Funkbildes von Europa nach Amerika. Der Wert der Goldmark war im Januar: 45,69. im Dezember 1807,83 Papiermark. Devisen waren knapp; man lebte nach der Devise: »Glücklich ist, wer verfrißt, was nicht zu versaufen ist«. Damals war der Schlager ungeheuer populär: »Wir versaufen unser' Oma ihr klein' Häuschen«.

Nr 5 - 1922

  • 1922 Komm, mein Schatz, wir trinken ein Likörchen (Paul Preil) Rudolf Scherfling Wilfried Krüger und sein Orchester
  • 1923 Ausgerechnet Bananen (Frank Silver/Irving Cohn/Beda) Willi Rose - Willried Krüger und sein Orchester
  • 1924 Ja, der Sonnenschein (Joe Burke/Otto Stransky) Die Colombinos - Wilfried Krüger und sein Orchester
  • 1924 Warte, warte nur ein Weilchen (Walter Kollo/Willi Kollo) Rudolf Scherfling - Ina Brosow - Egon Kaiser und sein Orchester


1922 wurde in Köln als größtes Kinotheater die »Schauburg« mit 2000 Sitzen eröffnet. Man sah »Lucrezia Borgia« mit Liane Haid und Albert Bassermann und »Dr. Mabuse, der Spieler« von Fritz Lang. Die Damen trugen in »klassischem« Stil glatt fallende Gewänder. Amerika produzierte den Film »Zahltag« mit Charlie Chaplin. Alfred Codona gelang der dreifache Salto von Trapez zu Trapez, und der Volksmund erfand für die Gestalt des Kriegsgewinnlers und Inflationsschiebers den Ausdruck »Raffke«.

1923 lief Nurmi eine Meile in vier Minuten 10,4 Sekunden. Noch schneller davon lief das Geld. Die Deutsche Reichsmark errechnete den Notgeldumlauf in Deutschland und bezifferte ihn auf 500 Trillionen Papiermark. In dem Film »Alles für Geld« spielte Emil Jannings, in eigener Firma, die Hauptrolle. Dabei konnte man für den Lohn, den man postnumerando erhielt, zur Not einmal ins Kino gehen. Cecil B. de Mille drehte zum erstenmal »Die zehn Gebote« in wahrhaft monumentalem Stil. Der Film hatte 14 Akte und eine Länge von 4000 Metern. Am 29. Oktober, 20 Uhr, strahlte der deutsche Unterhaltungsrundfunk im Berliner Voxhaus seine erste Sendung aus. Im November kostete ein Roggenbrot 400 Milliarden Mark (1914: 28 Pfennig). Am 16. November notierte die Börse den Dollar mit 4,2 Billionen Mark. Am nächsten Tag gab es die »Rentenmark«.

1924 gab es in Berlin zum erstenmal eine deutsche Funkausstellung und eine Automobilausstellung. Eine Autofirma aus Zwickau in Sachsen inserierte in den Zeitungen: »Die höchste Stufe der Vollendung haben unsere Wagen nunmehr unbestritten erreicht.« In Berlin wurde die Verkehrspolizei gegründet, der Massenmörder Haarmann wurde verhaftet. Der Flughafen Berlin-Tempelhof wurde eröffnet. Dr. Hugo Eckener überquerte mit dem Luftschiff ZR III den Atlantik. Die Kinder lernten in der Schule Gottfried Kellers Gedicht: »Und wenn vielleicht in hundert Jahren ein Luftschiff hoch mit Griechenwein durchs Morgenrot kam' hergefahren - wer möchte da nicht Fährmann sein?« Nun, Dr. Eckener war nicht so gern Fährmann bei dieser Atlantiküberquerung: ZR III ging als Reparationsgut nach Lakehurst.

Nr 6 - 1925

  • 1925 Was machst du mit dem Knie, lieber Hans (Richard Fall/Beda) - Brigitte Mira - Wilfried Krüger und sein Orchester
  • 1925 Valencia (Jose Padilla/Fred Conta) Jean Lohe - Egon Kaiser und sein Orchester
  • 1925 Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt' (R. Katscher/Farkas- Herzog-Katscher) - Erwin Härtung - Wilfried Krüger und sein Orchester
  • 1925 Ich hab' mein Herz in Heidelberg verloren (Fred Raymond/Beda u. E. Neubach) Heinz Maria Lins - Wilfried Krüger und sein Orchester


1925 wurde der Weltrundfunkverein gegründet. Die ersten elek­trischen Schallplattenaufnahmen erschienen. Während früher ein Sänger mit der Kraft seiner Lunge und seiner Stimmbänder auf mechanische Weise die Membran des Aufnahmegerätes bewegen mußte, wurden nun die Luftschwingungen in elek­trische Energie umgesetzt, die wiederum - in mechanische Schwingungen verwandelt - die Membran des Aufnahme­gerätes bewegten.

Die Schallplattenindustrie verkündete: »Nun können wir zum erstenmal in der Geschichte der Schall­platte den vollen Umfang der Töne aufzeichnen: vom tiefsten Baß bis zu den höchsten Obertönen. Wenn wir bisher von Wiedergabetreue sprachen, so war das nur eine freundliche Illusion. Jetzt ist es eine Realität. Unsere Platten sind nun auch lauter und außerdem frei von störenden Nebengeräuschen!«

Der größte Stern der deutschen Bühnen war Elisabeth Bergner. Das Kreuzworträtsel und andere »Denksport«- Aufgaben wur­den ungeheuer populär. Im Kaukasus starb der letzte wilde Wisent. In Berlin starb Reichspräsident Ebert. Hindenburg wurde zum neuen Reichspräsidenten gewählt. Der große Film »Inferno« wurde uraufgeführt. Viele deutsche Filmfirmen schlossen wegen der schlechten Geschäftslage. Charlie Chap­lins «Goldrausch« erschien. Der Charleston war der Mode­tanz des Jahres. Die Frauen trugen taillenlose Kleider, Bubi­kopf, Topfhüte und kniefreie Röcke. Den populärsten Schlager komponierte Leo Fall; er hieß: »Was machst du mit dem Knie, lieber Hans?«

Nr 7 - 1926

  • 1926 Wo sind deine Haare, August (Richard Fall/Beda) Brigitte Mira - Wilfried Krüger und sein Orchester
  • 1926 Ich hab' das Fräulein Helen baden sehn (Fred Raymond/Fritz Grünbaum) Erwin Härtung - Egon Kaiser und sein Orchester
  • 1927 Trink, trink, Brüderlein, trink (Wilhelm Lindemann) Die Monacos - Egon Kaiser und sein Orchester
  • 1927 Charmaine (Erno Rappee/Lew Pollack/Frank Rainer) Egon Kaiser und sein Orchester


1926 wurde die Deutsche Lufthansa gegründet, die Zugspitz-Schwebebahn dem Verkehr übergeben und der 120 Meter hohe Funkturm in Berlin eröffnet. Zu Füßen des Funkturms fand die erste »Grüne Woche« statt. Es wurde ein Gesetz zur Bewahrung der Jugend vor Schmutz und Schund geschaffen.

In Berlin tauchten die ersten Einheitspreisgeschäfte der Firma Woolworth auf. Gertrud Ederle durchschwamm den Kanal zwischen Calais und Dover und ließ sich dabei von Schallplattenmusik unterhalten. Für die Neunzehnjährige wurde ein Schlager komponiert: »Trudy, wer wird der Glückliche sein?« Die Platte wurde zu Tausenden verkauft. Die Schallplatten-Industrie aber verkündete stolz: »Unsere Phonographen und Schallplatten bewähren sich sogar bei starkem Wellengang im Atlantik.«

Der Film »Panzerkreuzer Potemkin« von Eisenstein wurde in Deutschland uraufgeführt, und Edgar Wallace schrieb seinen »Hexer«. 1926 war das Jahr der Haar- und Barterzeugungsmittel. Eine Berliner Zeitung schrieb: »... dieWahl des Haarerzeugungsmittels ist bezeichnend für den Bildungsgrad des Käufers!« In diesem Jahr erschien Leo Falls Schlager, der es zu ungeheurer Popularität bringen sollte: »Wo sind deine Haare, August?«

1927 erfand Jörg Mager ein elektrisches Musikinstrument und nannte es »Sphärophon«. Die Damen fühlten sich jedoch erst in andere Sphären versetzt, wenn Jack Smith sang, den man den »Flüster-Bariton« nannte. Alle Sänger fingen damals an zu flüstern. Josephine Baker hatte in Paris ihre ersten großen Erfolge. In der »Daily Mail« konnte man lesen: »Der Tonfilm wird weder künstlerisch noch ästhetisch das Niveau der Filmkunst heben. Bild muß Bild bleiben. Der Ton ist der Tod des Films. Diesen Tatsachen muß man ins Auge sehen, so großartig die technische Erfindung als solche auch sein mag.« Eine Gesellschaft für Filmmusik-Autoren wurde gegründet.

Walt Disney zeigte seinen ersten Micky-Mouse-Stummfllm.und Franz Lehar schrieb seinen »Zarewitsch«. Der neue Gesellschaftstanz aber war der Slowfox. Johnny Weissmüller, der spätere Filmtarzan, schwamm über 100 Yards den Freistilweltrekord in 51,0 Sekunden. Oberst Lindbergh überflog den Atlantik von Westen nach Osten und wurde in Paris jubelnd begrüßt.

Nr 8 - 1927

  • 1927 Ramona (Mabel Wayne) Josef Leo Gruber und sein Tanz- und Unterhaltungsorchester
  • 1928 Wochenend und Sonnenschein (Milton Ager/Charles Amberg) Geschwister Haas - Egon Kaiser und sein Orchester
  • 1928 Wenn der weiße Flieder wieder blüht (Franz Dölle/Fritz Rotter) Heinz Maria Lins - Josef Leo Gruber und sein Tanz- und Unterhaltungsorchester
  • 1928 In einer kleinen Konditorei (Fred Raymond/Ernst Neubach) Heinz Maria Lins - Josef Leo Gruber und sein Tanz- und Unterhaltungsorchester


1927 führte man in Deutschland den Motorschlepp für Segelflug­zeuge ein, eröffnete den Hindenburg-Damm zur Insel Sylt (11 km) und den Nürburgring mit seinen 170 Kurven. Der internationale Blumenversand »Fleurop« wurde gegründet, und die Stadt Frankfurt/M. stiftete den Goethe-Preis, den später auch Thomas Mann erhalten sollte. Thomas Mann schrieb damals über die Schallplatte: »Ich liebe diese Erfindung, ich habe täglich Freude und Nutzen von ihr, ich bin ihr zum größten Dank verpflichtet.« Kurt Tucholsky schrieb als erster in der »Weltbühne« eine Schallplattenkritik.

1928 zog der Eiserne Gustav, der mit seiner Pferdedroschke von Berlin nach Paris und zurück gefahren war, umjubelt durch das Brandenburger Tor in Berlin ein und hatte beim Festessen Henny Porten als Tischdame. Die Opelwerke bauten das erste Raketenfahrzeug, mit dem Fritz von Opel auf der Avus eine Stundengeschwindigkeit von 180 Kilometern erreichte. Die Flieger Kohl, Fitzmaurice und von Hühnefeld überquerten den Atlantik von Ost nach West in 35 Stunden und wurden auf dem Flugplatz Berlin-Tempelhof begeistert empfangen. Der Autopilot, die automatische Flugzeugsteuerung, wurde er­funden.

In Amsterdam fanden die Olympischen Spiele statt. Alexander Flemming entdeckte das Penicillin. Kurzwellen-Amateure nahmen die ersten Funkzeichen der verunglückten »Italia« aus der Arktis auf. Insgesamt 1500 Mann wurden zur Rettung eingesetzt. In Hollywood erhielt Emil Jannings seinen zweiten OSCAR für seine darstellerische Leistung in dem Film »Der letzte Befehl«. König Amanullah von Afghanistan be­suchte Berlin. Die Zeitungen schrieben : »Die arabische Origi­nalausgabe von >1001 Nacht< ist da! Nicht zu verwechseln mit dem Kindermärchenbuch. Unser Buch bietet ein anschauliches Bild morgenländischer Sitten und erzählt von dem weichlichen, üppigen Haremsleben der Orientalen. Treffend! Lebendig! Dieses von Goethe und Schiller so hochgeschätzte Buch war bekanntlich beschlagnahmt und ist jetzt frei!« Die Erwerbs­losenziffer stieg über 2 Millionen. Der Schlager des Jahres war: »Wochenend und Sonnenschein«.

Nr 9 - 1928

  • 1928 Ich küsse Ihre Hand, Madame (Ralph Erwin/Fritz Rotter) Heinz Maria Lins - Josef Leo Gruber und sein Tanz- und Unterhaltungsorchester
  • 1929 Sonny Boy (B. G. Sylvia/Roxy) Heinz Maria Lins - Wilfried Krüger und sein Orchester
  • 1929 Schöner Gigolo (Leonello Caduzzi/Julius Brammer) Heinz Maria Lins - Josef Leo Gruber und sein Tanz- und Unterhaltungsorchester
  • 1930 Liebling, mein Herz läßt dich grüßen (Werner Richard Heymann/Robert Gilbert) Friedel Lohr - Heinz Maria Lins - Josef Leo Gruber und sein Tanz- und
  • Unterhaltungsorchester


1928 tanzte Harald Kreutzberg in »Turandot« auf den Salzburger Festspielen und wurde dadurch bekannt. Kurt Weills »Drei­groschenoper« mil dem Text von Bert Brecht und Fritz Längs Film »Die Frau im Mond« wurden uraufgeführt. Damals zählte man jährlich mehr als zwölf Harry-Liedtke-Filme. George Gershwin komponierte seine symphonische Dichtung im Jazzstil »Ein Amerikaner in Paris«. Das Buch »Die voll­kommene Ehe« von van de Velde erschien und die neue Skat­ordnung für den Einheitsskat. In der Frauenmode setzte sich der »Garcon-Stil« durch.

1929 fand in Berlin die erste Fernsehsendung statt. Das Luftschiff »Graf Zeppelin« machte unter Dr. Eckener eine Fahrt rund um die Welt. Der Ozeandampfer »Bremen« des Norddeut­schen Lloyd gewann das begehrte »Blaue Band«. Das Flug­boot DO X für 169 Personen wurde gebaut. Vicky Baum schrieb »Menschen im Hotel« und Erich Kästner »Emil und die Detektive«. Die Abendkleider waren jetzt vorn kurz und hinten lang.

Der Tonfilm wurde populär. »Melodie des Her­zens« hieß der erste abendfüllende deutsche Tonfilm, mit Willy Fritsch in der Hauptrolle. Die Schallplattenpressen machten Überstunden. Dreißig Millionen Schallplatten wurden in Deutschland hergestellt. Bis zum Oktober verkaufte man 12 Millionen Schallplatten mit dem Al-Jolson-Schlager »Sonny Boy« aus dem Tonfilm »Der singende Narr«.

Am 24. Oktober war alles zu Ende. In New York brach die Börse zusammen. Der schwarze Freitag von Wallstreet stoppte die Wirtschaft in aller Welt. Tausende von Schallplatten des Jahresschlagers mußten eingestampft werden. Auf dem Etikett dieser unver­käuflichen schwarzen Scheiben stand: »Sonny Boy«.

1930 tauchten überall an den Zeitungsständen absonderliche Blätter auf. Es waren astrologische Wochenzeitschriften. Sie hießen: »Deutschlands Zukunft«, »Neues Deutschland«, »Der Seher« und »Der Zukunftskurier«. In Berlin wimmelte es von Hell­sehern, die sich für alle Berufs-, Geschäfts- und Liebesange­legenheiten empfahlen. Der bekannteste Hellseher war Erik Jan Hanussen. Er nannte sich selbst »der Magier von Berlin«, an seinem Türschild stand: »Haus des Okkultismus«.

Nr 10 - 1930

  • 1930 O Donna Clara (J. Petersburski/Beda) Erwin Härtung - Wilfried Krüger und sein Orchester
  • 1930 Einmal am Rhein (Willi Ostermann) Ina Brosow - Willi Rose - Egon Kaiser und sein Orchester
  • 1931 Das gibt s nur einmal (Werner Richard Heymann/Robert Gilbert) Ina Brosow - Jean Lohe - Egon Kaiser und sein Orchester
  • 1931 Das ist die Liebe der Matrosen (Werner Richard Heymann/Robert Gilbert) Die Monacos - Egon Kaiser und sein Orchester


1930 wurde in Deutschland das Bridgespiel sehr populär, und die Friseure machten zum erstenmal Dauerwellen. Die Fortsetzungsromane der »Berliner Illustrirten« waren überall beliebt und galten als Vorbild der ganzen Gattung. In Dresden wurde das Deutsche Hygiene-Museum mit dem »Gläsernen Menschen« eröffnet.

In Zeesen nahm man die Kurzwellen-Richtstrahl-Antenne in Betrieb. Der Rundfunk zog in das neu erbaute »Haus des Rundfunks« in die Masurenallee, gegenüber dem Funkturm. Max Schmeling wurde der erste nichtamerikanische Boxweltmeister. Wer nicht verheiratet war, mußte eine Ledigensteuer zahlen.

Das Publikum beklatschte die erste Tonfilm-Operette »Die drei von der Tankstelle« mit Lilian Harvey, Willy Fritsch und Heinz Rühmann. Die Sensation aber wurden Marlene Dietrichs Beine und Stimme durch den Ton-film »Der blaue Engel«. Es fand die erste drahtlose Fernseh-Übertragung statt. Die Berliner sangen damals: »O Donna Clara, ich hab' dich tanzen gesehn!«

1931 war das Jahr der Notverordnungen. »Von drei Millionen drei« war der Titel eines vielgelesenen Arbeitslosenromans von Leonhard Frank. Das Berliner Staatstheater hatte ganze siebzehn Abonnenten. Das »Palais de Dance« und der »Pavillon Mascotte«, die berühmten Berliner Lokale, die einst von Klassefrauen beherrscht wurden, mußten schließen. Wolfram Hirth überflog mit seinem Segelflugzeug New York. Dort war gerade das Empire-State-Building, das höchste Bauwerk der Welt, fertig geworden.

Die Filme »Lichter der Großstadt« mit Charlie Chaplin und »Mädchen in Uniform« mit Dorothea Wieck und Hertha Thiele wurden uraufgeführt. Auf dem Presseball in Berlin bewunderten 5000 Besucher Marlene Dietrich in weißer Seide. Charlie Chaplin kam nach Berlin und wurde begeistert empfangen. Der Film des Jahres war: »Der Kongreß tanzt«. Das Filmliebespaar der Saison hieß: Lilian Harvey und Willy Fritsch. Die Schlager des Jahres komponierte Werner Richard Heymann für den Film »Der Kongreß tanzt«; sie hießen: »Das gibt's nur einmal, das kommt nicht wieder!« und »Das muß ein Stück vom Himmel sein«.

Nr 11 - 1931

  • 1931 Das muß ein Stück vom Himmel sein (Werner Richard Heymann) Rudolf Christ - Orchester der Wiener Volksoper - Leitung: Josef Leo Gruber
  • 1932 Wenn am Sonntagabend die Dorfmusik spielt (Fryberg) Die Chiemgauer
  • 1932 Es war einmal ein Musikus (Friedrich Schwarz) Geschwister Haas - Wilfried Krüger und sein Orchester
  • 1933 Schön ist jeder Tag, den du mir schenkst, Marie-Luise (Will Meisel/Hans Hannes) Jean Lohe - Egon Kaiser und sein Orchester


1931
erschienen monatlich ungefähr 300 verschiedene Schlagertitel auf dem Schallplattenmarkt. Am 17. September machte eine technische Neuerung von sich reden, eine Schallplatte mit 33 1/3 Umdrehungen pro Minute. Die ersten Langspielplatten waren jedoch kein Geschäft. Um so besser lag Clark Gable im Rennen, der damals in Hollywood seine Filmkarriere begann und in den nächsten zwanzig Jahren mehr als siebzehn Millionen Dollar verdienen sollte.

1932 gab es in Deutschland über sechs Millionen Arbeitslose. Hedwig Courths- Mahler schrieb ihr Buch »Des Herzens süße Not«, Hans Fallada seinen Roman »Kleiner Mann, was nun?« und Gerhart Hauptmann sein Schauspiel »Vor Sonnenuntergang«. In Deutschland wurde der »Tag der Hausmusik« eingeführt.

Shirley Temple begann als »Wunderkind« mit vier Jahren zu filmen. 127 deutsche Tonfilme wurden gedreht; 1929 waren unter 183 Filmen nur 8 Tonfilme gewesen. »Der träumende Mund« hieß eine deutsch-französische Gemeinschaftsproduktion mit Elisabeth Bergner und Rudolf Forster. Leni Riefenstahl sah man in »Das blaue Licht«. Lufthansakapitän Wende erreichte eine Million Flugkilometer, Piccard stieg im Ballon fast 17 Kilometer hoch in die Stratosphäre. Das Segelschulschiff »Niobe« ging mit 70 Mann unter.

Durch den »Zwickel-Erlaß« wurde »unmoralische« Badekleidung verboten. Die Autobahn Köln-Bonn wurde eröffnet. Die erste tönende Wochenschau erschien.

1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler berufen. Im deutschen Reichstag hielt der Abgeordnete Wels die letzte Oppositionsrede. Die Bücher unerwünschter Autoren wurden in vielen deutschen Städten öffentlich verbrannt. Eine Reichsfilm-, eine Reichskultur-, eine Reichstheater- und eine Reichsrundfunkkammer sorgten für zunehmende Gleichschaltung und Ausrichtung.

Eugen Hadamovsky schrieb ein Buch: »Der Rundfunk als politisches Führungsmittel«. Zur drahtlosen Übertragung der Schreibmaschinenschrift wurde der »Hellschreiber« erfunden. Der Geiger Adolf Busch und sein Bruder, der Dirigent Fritz Busch, emigrierten in die Vereinigten Staaten von Amerika. Bruno Walter ging nach Österreich. Malcolm Campbell stellte mit 437,91 km/std einen Auto-Geschwindigkeitsrekord auf.

Nr 12 - 1934

  • 1934 Kannst du pfeifen, Johanna (Sten Axelson'Hans-Joachim Bach) Rudolf Scharping - Ina Brosow Egon Kaiser und sein Orchester
  • 1934 Kleine Möwe, flieg nach Helgoland (Jim Cowler/Bruno Balz) Heinz Maria Lins - Egon Kaiser und sein Orchester
  • 1934 Hein spielt abends so schön auf dem Schifferklavier (Willi Richartz/Peter Kirsten) Ingmar Borge - Die Monacos Orchester der T. S. „Bremen" Leitung: Hermann Rohrbeck
  • 1934 Das alte Spinnrad (B. Hill/Franz Baumann) Heinz Maria Lins - Egon Kaiser und sein Orchester


1934 spielte das Radio Marschmusik. Es gab den ersten Eintopfsonntag. »Wer einmal aus dem Blechnapf frißt« betitelte Hans Fallada seinen Gefängnisroman, der Kritik am Strafvollzug übte. Himmler wurde zum Chef der Geheimen Staatspolizei (GeStaPo) in Preußen ernannt, der Volksgerichtshof wurde gegründet. In den USA begann der schärfste Kampf gegen das organisierte Gangsterunwesen. Der FBI brachte Amerikas »Staatsfeind Nr. 1«, John Dillinger, zur Strecke. Die kanadischen Fünflinge der Familie Dionne wurden geboren. William Beebe stieß mit einer Taucherkugel in eine Meerestiefe von nahezu tausend Metern vor. Schalke 04 wurde erstmals deutscher Fußballmeister.

Damals stellte Hans Stuck auf der Avus in Berlin einen Weltrekord auf mit einer Geschwindigkeit von 217,11 Kilometern. Die Kleider in Deutschland wurden wieder knöchellang. Willy Forsts Film »Maskerade« mit Paula Wessely und Adolf Wohlbrück wurde uraufgeführt. Der Propagandaminister eröffnete den Feldzug gegen Miesmacher und Kritikaster. »Kraft durch Freude« propagierte: »Jeder Volksgenosse muß mal an die See.« Im Berliner Kabarett der Komiker witzelte man: »Ja, das macht sich, für zwei Mark achtzig, stärkt die Nerven und schont das Portemonnaie.« Einer der beliebtesten Schlager hieß daher: »Kleine Möwe, flieg nach Helgoland«.



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