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Das Hobby- und Selbstbau-Magazin ELEKTOR (1970)

Recherchiert und überarbeitet im Feb. 2023 - Dieses Magazin - anfänglich für Hobby-Elektroniker und Elektronik-Bastler gedacht - kam und kommt aus Holland (die deutsche Ausgabe kommt aus Aachen) und wird in mehreren Sprachen in mehreren Kontinenten verbeitet. Der Leser bzw. der Kundenkreis, der dort angesprochen wurde und wird, war ein anderer als der Kreis der Hifi-Magagzin- Leser.

Und auch die kommerziellen Inserenten in ELEKTOR waren bezüglich der Zielgruppe völlig anders gestrickt als die Inserenten der teuren Hifi-Hochglanz- Magazine. Das hatte bei Elektor den genialen Vorteil, sehr ähnlich zur schweizer "Hifi-Szene", mit Mythen und Legenden und sonstigen Vorurteilen gnadenlos ins Gericht gehen zu können und so weit wie möglich an der Wahrheit angelehnt zu schreiben. Der Verlag war von den Anzeigen-Kunden nicht erpressbar und mußte weder aufgehübschte noch ganz offensichtlich verlogene Artikel hervorbringen.

In den Ausgaben seit 1970 finden wir viele Grundlagenartikel, die verständlich und anschaulich die Technik darlegen und Wert sind, aufgehoben zu werden. Jedoch viele dieser uralten Artikel siind seit langem ergänzungsbedürftig und das tun wir hier. Uns interessieren vor allem die AUDIO- und Video-Technologien.

Die Einleitungen der Autoren zu den diversen Hifi-Bausätzen sind sehr sauber und verständlich formuliert und geniessen bei uns Referenzqualität. Sehr erfeulich ist, daß auch sogenante High-End Technologien und Qualitäten wertneutral dargestellt werden und samt Beispielen (das sind hier die Bausätze, die es schon lange nicht mehr gibt) publiziert werden.

Die Artikel über die Konstruktionsprinzipien von hochwertigen Vorverstärkern und Vorvor-Verstärkern sollten sich so manche Hifi-Esoteriker heute noch zu Gemüte führen.
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Darum sind unsere ausgesuchten Artikel lückenhaft. Auf den Folgeseiten haben wir jeweils die Coverseiten der verfügbaren Ausgaben aufgelistet. Und nicht in jedem Magazin ist ein Artikel von Interesse. Es sind weniger als eines von 10 Themen.

Aus Platzgründen sind die aussortierten Magazine dann entsorgt worden. Auf der ELEKTOR- Webseite kann man die archivierten Ausgaben ab 1970 als PDF Versionen (auf DVD) bestellen und auch erwerben. Ob da auch die lustigen Anzeigen mit den Preisen enthalten sind, weis ich nicht.
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Was uns die Coverseiten so zeigen ......

Bei den Hifi-Magazinen - insbesondere bei der Hifi-Stereophonie - hatte ich es ausführlich dargestellt, wie sich ein Fach-Magazin verändert, wenn sich die Zielgruppe, - die Kundschaft und die Leserschaft - verändert. Bei Elektor ist es sehr ähnlich. Als so ab 1995 der IBM-PC (als erschwinglicher Clone natürlich) auch in die Wohnzimmer und in die Bastelkeller Einzug gehalten hatte, änderten sich die Interessen der Bastler diametral und auch ELEKTOR musste sich dem stellen.

Facit, es wurde weniger gebastelt und mehr experimentiert und die Software bekam eine Schlüsselfunktion. Die Hardware war auf einmal nur noch Peripherie am PC - zum Glück mit einigen Ausnahmen.

Auf den zeitlich sortierten Covereiten sehen sie ganz deutlich, wie sich das Hobby-Bausatz Magazin zum Elektronik-Journal änderte.
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Ein Einblick in die Denkweise der ELEKTOR Redakteure der ersten 30 Jahre

Die Macher der ELEKTOR hängen es nicht in jeder Ausgabe an die große Glocke, wie sie es mit der möglichst objektiven Behandlung von physikalischen und akustischen Grundlagen halten. Jedenfalls mit Esoterik und Mythen haben sie nichts am Hut, und das über 30 Jahrgänge lang. Ob sich das nach dem Jahr 2000 geändert hat ? So weit sind wir noch nicht mit der Recherche.

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Ein Editorial : Elektronsches .....
Paranormale (Audio-)Elektronik (01/1997)

Paranormale Elektronik gab es in Elektor schon lange vor der New-Age- und Esoterikwelle. Im Mai 1977 stand eine ganzes (legendäres) Elektor-Heft im Zeichen dieses Themas. Elektor hat sich natürlich nicht auf paranormale Phänomene eingelassen, sondern lediglich auf Schaltungen für eigene Experimente, etwa einen Hochspannungsgenerator zur Erzeugung von Entladungen für die Kirlianfotografie oder einen NF-Generator zur Erzeugung niederfrequenter elektrischer Felder.

Ob und wie man die Wirkung dieser "paranormalen" Schaltungen interpretiert, ist die Sache des Anwenders. Damals wäre aber niemand auf die Idee gekommen, diese Einstellung auch auf Audio-Schaltungen zu übertragen.

Schließlich haben wir noch an den Zusammenhang zwischen technischem Fortschritt und besserem Klang geglaubt. Das Ideal war ein Verstärker, der das Eingangssignal möglichst unverfälscht verstärkt, ohne Rauschen und ohne Verzerrungen.

Anfang der 1980er-Jahre schien das Ziel fast erreicht. Die Einführung der digitalen Tonaufzeichnung und der CD führte noch einen Schritt weiter: Das Signal ließ sich praktisch unverfälscht vom Mikrofon im Konzertsaal zu den Lautsprechern im Wohnraum bringen.

Verglichen mit den unzähligen Unzulänglichkeiten analoger Plattenspieler konnte man bei CD-Spielern kaum noch von hörbaren Unterschieden sprechen. Vielleicht war das mit ein Grund für den Umschwung in der Audio-Elektronik von irrational bis paranormal.

Es begann eigentlich mit der Renaissance der Röhrentechnik. Mit der vom Glühen der Röhren vermittelten wohligen Wärme konnte der kalte und sterile Klang der digitalen Siliziumchips plötzlich nicht mehr konkurrieren. Selbst im Studio wurde der Sound mit röhrenbestückten Edelverzerrern vorgewärmt, um dann digital auf die silberne Scheibe gepreßt zu werden.

Nun kann man die Wirkung von Verzerrungen mit Hinweis auf bekannte psychoakustische Phänornene durchaus erklären. Doch dabei ist es nicht geblieben. Wer sich heute auf ein HiFi-Magazin einläßt, stößt auf fast jeder Seite auf naturwissenschaftlich nicht erklärbare und somit paranormale Phänomene.

Mal eben blättern:

  • Eine CD aus dem Kühlschrank klingt frischer als eine aus dem CD-Schrank (warum gibt es noch keine Tiefkühl-CD-Schränke?).
  • Ein CD-Laufwerk mit Riemenantrieb klingt angenehmer, eine digitale l:l-Kopie flacher, und ein an vier Federn aufgehängtes CD-Laufwerk ist der Klangtip des Jahres.
  • Da darf natürlich ein Magnetiseur (mit Permanentmagnet) für die CD nicht fehlen, der den Klang geradezu verzaubert.
  • Eine ähnliche Wirkung zeigt offenbar auch eine in das Laufwerk eingebaute blaue LED, die den überaus nervösen Laserstrahl beim Abtasten beruhigt.


Auch wenn wir Lautsprecher-, Cinch- und fehlangepaßte Koaxkabel klanglich noch gar nicht erwähnt haben - nichts ist unmöglich! Daß Elektor da nicht mithalten kann, liegt nicht an einem Mangel an Phantasie, sondern daran, daß uns die postmoderne Verbreitung technisch verbrämten Aberglaubens nicht so ganz ins Konzept paßt.

Ernst Krempelsauer

P.S. Der Akku-Preamp in dieser Ausgabe stellt übrigens keine Ausnahme dar. Das Ding hat klare Vorteile. Ob sich der Aufwand dafür lohnt, muß allerdings der Anwender entscheiden.
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Ein Editorial : Elektronsches ..... (03/1997)

In einem kleinen Restaurant hörte ich vor kurzem ein Gespräch am Nebentisch, in dem es ziemlich lautstark um die Vor- und Nachteile einer digitalen Kamera ging.

Offenbar hatte einer der beiden Tischnachbarn zu Weihnachten eine solche geschenkt bekommen. In der Diskussion ging es natürlich um die zentrale Frage, ob man die Bildqualität akzeptabel findet oder (noch) nicht.

Darüber kann man auch durchaus geteilter Meinung sein, schließlich hat ein ordentliches Farbdia eine Auflösung von etwa 80 Millionen Pixel, während es ein digitales Amateurgerät noch nicht einmal auf eine halbe Million Pixel bringt.

Digitale Profikameras liegen momentan (Anfang 1997) bei 1,2 bis 1,5 Millionen Pixel - bei einem Preis in der Größenordnung von 20.000 bis 50.000 DM!

Bei 8 bit pro Pixel sind es 256 Graustufen oder Farben. Standard der meisten Grafikprogramme sind 24 bit Farbtiefe, womit sich über 16 Millionen Farbtöne kodieren lassen. Damit wird aber die Datenmenge selbst bei einer geringen Auflösung von nur 200.000 Pixel schon so groß, daß für einen Wochenend"film" mit nur 12 Aufnahmen 7,2 MByte gespeichert werden müssen.

Nach einer Datenreduktion mit JPEG sind das immer noch etwa 2 MByte. Ein Foto in Titelbildqualität ist da leicht mit 60 bis 80 MByte zu veranschlagen. Dennoch gehört die Dunkelkammer im Zeitschriftengewerbe schon der Vergangenheit an.

Wenn keine elektronischen Vorlagen zur Verfügung stehen, steht am Beginn der Scanner, und der Rest - von der Bildbearbeitung über den Seitenumbruch bis zum Belichten der Filme oder auch schon direkt der Druckplatten ist digital.

Kein Wunder, daß immer mehr Fotostudios von vornherein mit digitalen Kameras arbeiten. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die digitale Kamera die Regel und die Fotokamera die Ausnahme sein wird. Das könnte auch bei den Hobbyknipsern schneller gehen, als man denkt. Als die Camcorder erschwinglich wurden, war das Ende der Schmalfilmkamera besiegelt.
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Ein Editorial : Elektronsches ..... (04/1997)
Falsche Sparsamkeit

Wenn wir den Anbietern von Unterhaltungselektronik wie Sony, Philips, Panasonic etc. Glauben schenken dürfen, ist das Geschäft mit den im Fachhandel leicht mißverständlich als "braune Ware" geführten Produkten ein einzig Jammertal.

Seit dem CD-Spieler und dem Camcorder ist keine wirklich große Neueinführung gelungen (von Surround Sound einmal abgesehen, aber das kam ja mehr von der Filmindustrie).

Für Philips haben sich mit dem Floppen von CD-I und DCC die beiden größten Hoffnungsträger als strategische Fehlentscheidungen erwiesen. DAT und MiniDisc existieren in Nischenmärkten, von einer erfolgreichen Markteinführung kann nicht die Rede sein.

Der Konsument ist kaum noch dazu zu bewegen, sich für Neuheiten der Bild-und Ton-Branche in irgendwelche Kosten zu stürzen (was der PC-Industrie mit Intel, Microsoft und Co. hingegen mühelos zu gelingen scheint).

Nicht viel besser sah es bisher bei den Breitbild-Fernsehern aus. Fast sieben Jahre nach der Markteinführung war 1996 erst jeder zehnte verkaufte Fernseher ein 16:9-Gerät.

So langsam scheint sich die Nachfrage etwas zu beleben, nicht zuletzt dank des zunehmenden Programmangebots im neuen Format. Ohne die kostspielige D2-MAC-Odyssee wäre der Weg zum breiten TV-Bild wohl etwas kürzer gewesen.

Das Problem der Kaufzurückhaltung bei TV- und Audio-Produkten bleibt aber gerade im Vergleich zum PC-Geschäft ein Phänomen. Während bei der Anschaffung eines PC-Monitors kaum noch gespart wird und die teureren Modelle guten Absatz finden (zu recht, wie wir meinen), bleibt die Bereitschaft zum Geldausgeben beim Fernseher gebremst.

Bei einem Gerät, das durchschnittlich 10 bis 15 Jahre in Gebrauch bleibt und mehrere Stunden täglich genutzt wird, stellt sich schon die Frage, warum für bestmögliche Bild- und Tonqualität (z.B. mit 100Hz- Technik und integriertem Surround-Dekoder) kein Mehrpreis akzeptiert wird. Eigentlich wird da vielfach an der falschen Stelle gespart.

Bei einem durchschnittlichen PKW mit einer wirtschaftlichen Lebensdauer von lediglich 2000 bis 3000 Betriebsstunden denkt kaum jemand darüber nach, daß er für jede Nutzungsstunde einige -zig DM ausgibt Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß das Auto oft nur von einer einzigen Person genutzt wird und außerdem hohe variable Kosten verursacht. Und für das Autoradio im neuen Auto geben viele schon mehr Geld aus als für ein neues TV.

Nicht von ungefähr heißt ein populäres Automagazin im niederländischen Fernsehen "Die heilige Kuh".

Hans Steeman
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Ein Editorial : Elektronsches ..... (Elektor 5/1997)
ELEKTOR und die nationalen Ausgaben

Daß es Elektor in mehreren Sprachen und Ländern gibt, wird einigen Lesern schon bekannt sein. Tatsächlich sind es derzeit acht Sprachen und neun Länder. Die Diskrepanz erklärt sich dadurch, daß Elektor in Indien und in Großbritannien zwar in getrennten Ausgaben, aber in der gleichen Sprache erscheint.

Während einige dieser Ausgaben ein durchaus unterschiedliches Erscheinungsbild zeigen, sind zumindest die Ausgaben in Deutschland, Holland, England und Frankreich seit gut einem Jahr weitgehend identisch.

Diese vier Ausgaben machen wir als internationales Team von Redakteuren und Entwicklern auch selber, während es sich bei den anderen Elektor-Versionen um Lizenzausgaben handelt.

Eigentlich sollte es (im Jahr 1997) gerade im Bereich der Elektronik kein Problem sein, eine Zeitschrift gemeinsam in vier Ländern und in vier Sprachen herauszugeben.

Elektronik ist so international wie kaum eine andere Sparte der Technik. Der Elektronik-Markt ist der Weltmarkt, praktisch alle Halbleiterhersteller operieren multinational, und internationale Normungseinrichtungen sorgen für einheitliche Standards.

Die verschiedenen Sprachen sind erst recht kein Hindernis, jedenfalls nicht, wenn die Redaktionen der vier Ausgaben schon seit zwanzig Jahren Beiträge untereinander austauschen.

Mit klassischem Übersetzen hat das wenig zu tun. Am besten ist es, wenn man den Beitrag auf der gleichen inhaltlichen Basis in seiner eigenen Sprache praktisch neu schreibt.

Das setzt natürlich voraus, daß man das, was man schreibt, auch versteht - was bekanntlich bei Übersetzern und mitunter auch bei Journalisten nicht immer der Fall ist ..........

Jedenfalls ist das Ergebnis im Idealfall derart, daß ein Beitrag in allen vier Ausgaben abgesehen von der Sprache identisch ist - auch qualitativ. In der Praxis gelingt das meist auch recht gut - bis auf die kleinen Unterschiede. Einige sind offensichtlich, andere blühen hingegen im Verborgenen und sorgen dann manchmal für Überraschungen.

Offensichtliche Unterschiede finden sich vorzugsweise im Bereich der Standards (trotz Normung und EU-Richtlinien), der Telekommunikation und der elektronischen Medien.

  • So ist beispielsweise ein PAL-Generator für französische Leser nicht besonders praktisch, weil für SECAM ungeeignet.
  • Das gleiche gilt für ASTRA-Empfangsanlagen, die auch in den Niederlanden nicht sonderlich populär sind (dafür aber wieder in Großbritannien).
  • Befremdlich für britische Leser sind aber Netzspannungen unter 240V und die uns so vertrauten (deutschen) Schukostecker.
  • Wenig Freude hat man dort auch an Bauteilen von Siemens, die zumindest im Einzelhandel kaum vertreten sind.
  • Beim Telefon ist Frankreich mit dem Minitel so einzig wie Deutschland mit 16kHz-Gebührenimpulsen und BTX, während es Mobilfunk auf 1800 MHz (E-Netz) bislang nur in Deutschland, England und in Thailand gibt.
  • Nationale Hardware-Spezialitäten wie der "BBC-Computer" sind zum Glück Vergangenheit (dem IBM-PC sei Dank). Dafür erfreuen uns aber zunehmend die unterschiedlichen nationalen Software-Versionen - auch bei einem Standardwerk wie Windows '95.

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  • Und die Überraschungen ? Ganz einfach :
    Gehen Sie mit einem (unserer) Boxenbaupläne aus Deutschland einmal in einen niederländischen Baumarkt - weder Spanplatten noch PVC-Rohre sind in den angegebenen Stärken erhältlich. Nicht zu reden von dem vergeblichen Versuch, ein in vier Ländern gängiges Fahrradrücklicht zu finden ...

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KKE
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