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Die historische Entwicklung der Schallplatte
Okt. 2009 - Rückblick:
Kulturhistorisch bedeutende (elektronische) Erfindungen oder Entwicklungen waren vor dem Internet zuletzt das Fernsehen, davor die deutsche Magnetbandtechnik und davor die Schallplatte (und beinahe hätte ich den Film vergessen) und davor war es das Radio.
Alle anderen früheren Versuche, Schall oder Ton (später auch bewegte Bilder) zu konservieren, schlugen fehl. Maßgeblich beteiligt waren bei all diesen Entwicklungen auch deutsche Erfinder.
Da brauchen wir uns gar nicht zu verstecken, auch Emil Berliner war ein Deutscher, selbst wenn er später in den USA gelebt hatte.
Die DGG, die Deutsche Grammophon Gesellschaft zum Beispiel ging auf seine Initiative zurück. Laut anderer Historiker gab es in Spitzenzeiten mehr als 300 Plattenhersteller, heute würde man "Verlage" sagen.
Und auch bei Philips haben wir eine Schallplattenhistorie gefunden.
Übrigens gehört die Deutsche Grammophon Gesellschaft inzwischen seit vielen Jahren (unerkannt) zum Philips Medienkonzern !! Denn Siemens hatte alle Anteile vor langer langer Zeit verkauft oder getauscht.
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Aus der Zeitschrift Funk-Technik
Nr. 04/1949 - "Schallplatten-Rekord"
„Eine revolutionäre Neuerung", sagte der Dirigent Bruno Walter nach dem Anhören einer Symphonie auf einer neuartigen Schallplatte. Denn die ganze Symphonie von 45 Minuten Dauer stand auf einer einzigen doppelseitigen 30-cm-Schallplatte.
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Die durchschnittliche "heutige" 30cm Platte (Anmerkung : Schellackplatte) spielt nur acht Minuten. Die neue Platte, die sogenannte LP (long-playing, langspielende), mit "Mikrorillen", hat noch andere Vorteile außer dem, ganze vollständige Konzerte, Symphonien und musikalische Bühnenstücke auf einer einzigen Platte zu bringen.
Sie soll Tonverzerrungen durch Nadeln ausschalten, die wahrnehmbaren Nebengeräusche auf ein Mindestmaß herabsetzen und eine reichere Tonfülle als frühere Platten haben. Sie wird aus unzerbrechlichem Vinylit hergestellt.
Die Mikrorillenplatte wurde von Dr. Peter Goldmark, dem Direktor der Forschungsabteilung der CBS (Columbia Broadcasting System), in Zusammenarbeit mit William Bachmann, dem Direktor der Forschungsabteilung der Columbia-Schallplattengesellschaft, entwickelt.
Die bisher vorhandenen LP-Platten, die u. a. 325 Musikstücke bringen, könnenvon nun an zu Hause in einem nur 38cm breiten Regal eingeordnet werden.
Dieses Repertoire auf üblichen (Schellack-) Platten, in Alben untergebracht, würde ein Regal von nahezu 2,45m Breite erfordern.
Gleichzeitig würden 25cm Platten mit 27 Minuten Spieldauer hergestellt. Die neue Platte läuft allerdings mit nur 33 1/3 U/min. Für so viel Vorzüge zahlt man sicher gern einen entsprechenden Preis.
Mehr über die Artikel der Funk-Technik wie auch der Funkschau und anderen Fachmagazinen in unserem Zeitschriften Bereich im Fernsehmuseum-
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Aus USA kamen 7", 10" und 12" Platten (17cm, 25cm und 30cm)
Wie der Umschwung zu den 17cm, 25cm und 30cm Vinylplatten zustande kam, lesen Sie hier auf ganz vielen Seiten - teilweise auf Englisch - in einer US amerikanischen Firmenzeitschrift.
Da die amerikanischen Platten-Labels nach Ende des Krieges 1945 den verwüsteten und wieder im Aufbau befindlichen europäischen Markt im Visier hatten, gab es von den großen Namen jede Menge an Tochterfirmen.
Und darum ging das nach 1948 alles erstaunlich schnell. In den USA war das Festhalten an der 78er Platte (besser gesagt : an den vorhandenen Plattenspielern) deutlich zäher als bei uns, da hier bei uns fast alles kaputt war. Jedenfalls war jede Menge an Aufklärungsarbeit notwendig, den neuen potentiellen Käufern den Unterschied zwischen Standard (= 78er Schellack) und der neuen Microgroove Rille (Vinyl) mit der langsameren Geschwindigkeit beizubringen.
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