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Die Firma ARCUS und die ARCUS Boxen aus Berlin

Das ARCUS Logo
Klaus Heinz 1988

Hier sammeln wir erst mal die ganzen Presseinfos, die redaktionellen Kurznachrichten und die vorliegenden Zeitzeugen-Erzählungen (ich nenne das ganz bewußt nicht "Berichte") über das Auf und Ab der "ARCUS Elektroakustik GmbH" und dem damaligen Chef Klaus Heinz. Denn inzwischen haben wir einen "irren" Fundus von sämtlichen (fast 1800) deutschen Hifi-Zeitschriften und Magazinen, in denen jeweils "die andere" Redaktion etwas mehr wußte (als welche ??).

Das ist nämlich eine eigene Story. Denn es ging bei den Boxen im unteren Preissegment fast immer nur um die Marge (also die Handelsspanne) für die Händler.

Und damit führt die Geschichte zurück zu dem Hifi-Krieg damals um 1975 bis 1978 in Wiesbaden, bei dem sich mehrere kleinere Hifi-Studios bis aufs (Kalkulations-) Messer bekämpften.

Da wurden "diese Woche" die Onkyo- Receiver und Verstärker des Wettbewerbers vom Studio Nr.1 in der Samstagsausgabe der lokalen Zeitung "verrammscht". Und eine Woche später wurden aus Rache dann die Pioneer-, Yamaha- oder Kenwood- Receiver und Verstärker vom Studio Nr.2 verrammscht.

Den Herstellern war das (warum auch immer) wurscht, auch daß damit fast der gesamte Rhein Main Markt aufgemischt wurde und sogar Frankfurter Kunden nach Wiesbaden zum Einkaufen kamen. Teilweise waren die Preise niedriger als der jeweilige Einkaufspreis.

Doch das konnte man wett machen. Denn man hatte an den Lautsprechern bis zu 60% Rabatt und damit war die Welt wieder in Ordnung. Und dann kam dazu - es war oder sei ein deutsches Produkt (ob das alles stimmte - also die Chassis aus Deutschland kamen ?) aus Berlin und die aus Berlin boten noch höhere Rabatte an, was für ein Glück.
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Billigste japanische Receiver und deutsche ARCUS Boxen

Jetzt war sogar das Verrammschen von Receivern wieder lukrativ und sogar besser als vorher. Und die Hersteller wie Pioneer und Kennwood und Onkyo und Yamaha freuten sich (vorerst) über enorme Stückzahlen.

Die ARCUS TM xx Boxen waren sicherlich nicht schlecht, manchen klangen sogar wirklich gut. Doch fast alle ARCUS Boxen hatten und haben gemeinsam den miserablen Wirkungsgrad, es gab da nur wenige Ausnahmen. Das war damals ein Tribut an die gelobte Linearität der Boxen. Und damit war Dynamik nicht deren herausragende Eigenschaft, eher die fast perfekte Linearität des Frequenzganges und damit eine gewisse angenehme Klangfülle. Die TS 1000 (sehr teuer und sehr groß und schwer natürlich) war eine der wenigen leidlich performanten Ausnahmen bei ARCUS.

Diese Firma Arcus ist aber dann pleite gegangen und lautlos verschieden und dann wieder aufgetaucht. Die Artikel aus den seriösen Zeitschriften werden gerade bearbeitet.
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1974/75 ging es los und M. Giessen startete den Vertrieb

Michel Giessen hatte den OHM Vertrieb mit der OHM F begonnen, sollte aber dann zusätzlich das konventionelle OHM Billig- Boxenprogamm in Massen in den deutschen Markt drücken. Doch da waren schon andere wie KLH usw. am Drücken. Deshalb hielt der Distributionsvertrag mit OHM nicht allzu lang.
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Bei ARCUS Berlin startete ein unglaublicher Höhenflug. Mit guter klanglicher Abstimmung ließen sich fast alle "Tests" gewinnnen und als verkaufsfördernde Sonderdrucke in Massen ins Feld streuen. Manches Mal wurde bei den "Tests" auch etwas nachgeholfen, - also mit einer Menge Anzeigen gewunken - und entsprechend fielen die Bewertungen auch aus. Der schlechte Wirkungsgrad war nur aus den diversen Diagrammen - mit etwas Fachkenntnis - zu entnehmen und wurde im Text einfach nicht erwähnt - fertig. Der subjektive Klangeindruck war dennoch beeindruckend, sodaß die ARCUS Boxen im Vergleich mit vielen anderen Boxen klanglich sehr gut da standen, damals auch nach meinem subjektiven Geschmack.
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1988 hatten sich Arcus und Klaus Heinz "verhoben"

Arcus sollte etwa 1987 für die Grundig Fine Arts Serie die Boxen entwickeln und auch bauen. Doch bei der Qualitätskontrolle bei Grundig gab es immer wieder Mängelrügen, laut gut informierter Zeitzeugen waren die Mängel berechtigt, also es stimmte. Und so kamen diese Rückläufer in Mengen wieder zurück nach Berlin ins Lager, bis irgendwann die Liquidität von ARCUS ausgeschöpft war (und die Raten für den Lamborghini nicht mehr bezahlt werden konnten - frotzeln gut informierte Neider aus der Szene bzw. Branche).

Und das wars dann. Es ist bekannt, daß Grundig beim Wareneinkauf ähnlich "preissensibel" verhandelt hatte (man nennt das auch "den Preis drücken") wie Metro, ALDI und LIDL usw., sodaß die Marge entsprechend extrem gering war. Damit war dieses Riesenlager aber nicht mehr finanzierbar. Welche Mängel das nun wirklich waren, ist auf unseren Zeitzeugenaufzeichnungen drauf, die müssen aber noch abgetippt werden.
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2002 gab es angeblich wieder eine Firma ARCUS

Irgendwer habe die Reste aufgekauft und reaktiviert - hieß es.
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Die ARCUS TM 60 (1975) - hier der Werbetext :

Neu : 1975 die TM60

Unkonventionell -konventionell.
Ein Widerspruch? Es scheint so. Doch der Schein trügt. Lesen Sie hier, warum:

ARCUS Lautsprecher sind konventionell. Konventionell jedoch nur vom Prinzip her, indem nämlich dynamische Systeme verwandt werden. Doch nicht allein das
Prinzip ist entscheidend für die Qualität eines Lautsprechers. Es ist vielmehr die nötige Konsequenz und Sorgfalt bei seiner Realisation, mit der das Produkt aller Bemühungen steht oder fällt. Eben diese Verwirklichung war es, die erreicht hat:

ARCUS-Lautsprecher sind unkonventionell. Unkonventionell in der Technik.

(A) Die Schallführung. Im Gegensatz zu den üblichen geschlossenen Gehäusen, die bei größeren Baßamplituden eine Überbedämpfung bewirken, baut ARCUS Phasenumkehrboxen. Ein am Boden des Lautsprechers angebrachter Phasenkanal sorgt für extrem tiefe (und extrem saubere!) Baßwiedergabe und aperiodische Be-dämpfung.

(B) Das Dämpfungsmaterial. Eine spezielle, langfaserige Polyester-Watte.

(C) Die Frequenzweiche. Eine neuartige Schaltung, für die Verzerrung ein Fremdwort ist. Die in ARCUS Frequenzweichen verwandten Bauteile sind die engst tolerierten (5% Metallpapier-Kondensatoren) und besten, die es gibt. Kein Serienhersteller treibt diesen Aufwand.

(D) Die Garantie. 5 (fünf!) Jahre Garantie auf Arbeit und Teile. ARCUS. Unkonventionell auch im Design.

Die hervorragendste Eigenschaft aller ARCUS Lautsprecher jedoch ist die harmonische Gesamtabstimmung aller für eine realistische Musikwiedergabe bedeutungsvollen Parameter.

ARCUS TM 60. Ein Lautsprecher in der 700-Mark-Klasse, dessen Qualitäten sich nicht in Worte fassen lassen. Darum müssen wir Ihnen raten: Lassen Sie Ihr Ohr entscheiden. Fünf Minuten A-B-Vergleich in einem neutralen HiFi-Studio sagen mehr als tausend Worte. ARCUS TM 60. Ein Lautsprecher, der in die HiFi-Geschichte eingehen wird.

Wir haben den ARCUS-Vertrieb übernommen
Michael Gießen - HiFi-Vertrieb
62 Wiesbaden-Freudenberg

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