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Die Geschichte von ALTEC LANSING

Auf den Seiten der deutschen Hersteller habe ich es oft erwähnt, daß so um 1978 der Hifi-Markt weltweit fürchterlich abwärts ging. Die Firmen - so gut wie alle Elektronik-Firmen weltweit - hatten Mühe, überhaupt noch etwas zu verkaufen. Auch die amerikanischen Hersteller hatten große Probleme, also nicht nur wegen der japanischen "Invasion". Über friedlich oder kriegerisch kann man jetzt philosphieren, jedenfalls sind weltweit tausende von kleinen und großen Audio-Firmen in Konkurs gegangen, weil sie dem Preisdruck nicht standhalten konnten.

Und in den USA gibt es vor dem endgültigen Konkurs
noch das sogenannte "Chapter 11" (ein "halber" Konkurs) und dann kommt erst das "Chapter 7", (= "Kapitel 7") - das ist dann das endgültige bittere Ende.

1984 war es bei ALTEC das (erste) Ende

Während bei uns die doch recht bedeutende Firma DUAL zum Ende 1982 Konkurs anmelden mußte, hatte es ALTEC bis 1984 ausgehalten, dann war auch dort (erst mal) Schluß. Altec ließ nämlich die Holz-Gehäuse der riesgen Boxen bei einem Auftragsfertiger bauen, wie es im Prospekt steht. Andere Firmen hatten eine (ihre) eigene Schreinerei, die dann arbeitslos wurde.

Alles fing mit dem Kino-Boom in USA an .....

Die US-Kinos (die Lichtspieltheater) wurden um 1928 größer und größer und die großen Film-Studios hatten anfänglich ihre eigenen Lichtspielhäuser, also ihre Paläste, sehr ähnlich zur den UFA-Palästen in Deutschland. Und die Zuschauerzahlen stiegen und stiegen, - es war (noch) kein (Welt-) Krieg im Blickfeld. Und so wurden überall in den USA noch größere - wahre - Paläste gebaut - mit teilweise über 2.500 Sitzplätzen. Die mußten beschallt werden, bis zur letzten Reihe. In Deutschland war es die renommierte Klangfilm GmbH, eine Siemens Tochter, die diese riesigen Lautsprecher entwickelte und damit - in Europa - einen sehr großen Erfolg hatte. In den USA war die kleine Firma ALTEC eine von einer ganzen Reihe von Kinoausstattern.

Die Quelle dieser Information ist teilweise die US-Wikipedia

Doch es gibt noch mehr Quellen, die so nach und nach zugänglich werden. Nicht nur, daß manche Wikipedia Artikel nachweislich eine Meinung präsentieren, wie wir hier auch, so ist dort manch ein Eintrag korrekturbedürftig. - Es gibt da einige Artikel der AES (das ist die amerikanische Tonmeister Vereinigung) und es gibt Artikel der diversen amerikanischen Hifi-Zeitschriften, in denen die damals Dabeigewesenen ihre Sicht der Dinge schildern.

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Wer war ALTEC Lansing ? (eine kurze ergänzte Übersetzung !)

"Altec Lansing" ist ein amerikanisches Unternehmen für Audio-Elektronik, das 1936 gegründet wurde.

Ingenieure bei Western Electric, die später die "Altec Services Company" gründeten, entwickelten die Technologie für den neuen Filmton, der 1927 mit der Veröffentlichung von "The Jazz Singer" eingeführt wurde. Ursprünglich sorgte die "Altec Services Company" für die Betreuung der Theater- Soundsysteme, an deren Entwicklung die Firmengründer mitgewirkt hatten.

Im Jahr 1941
erwarb die "Altec Services Company" die fast bankrotte "James B. Lansing Manufacturing Company" und verschmolz die beiden Namen, die dann die "Altec Lansing Corporation" bildeten.

  • Anmerkung : In JBL-Fan-Foren bzw. in der JBL-Historie wird das ganz anders dargestellt, wie immer, wenn die Vergangenheit schmerzt bzw. die Wahrheit besser verdrängt wird. In den einschlägigen Sammlerforen lesen Sie auch nichts darüber, daß McIntosh in der 1975er Hifi-Flaute fast pleite war und eine oder mehrere der eigenen Fabriken verkaufen musste. Auch die renommierte Kopfhörerfirma KOSS legte nach dem mißlungenen Experiment mit den KOSS Lautsprechern die Ohren an (ging in Konkurs) und wurde erst einige Jahre später vom Sohn des alten Chefs wiederbelebt.


Und mit den Fertigungsmöglichkeiten der ehemaligen Lansing Manufacturing Company wurden die alte Firma um die Herstellung von Hornlautsprechern bzw. Kino-Lautsprechern erweitert.
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1958 wurde die "Altec Lansing Corporation" von James Ling gekauft, der sie zu "LTV Altec" machte. LTV hat Altec dann aber abgespalten und mit Schulden/Krediten belastet. Im Jahr 1974 wurden die Schulden für Altec sehr groß bzw. zu groß. Altec wurde unter Kapitel 11 als Altec Corporation reorganisiert und konnte noch weitere 10 Jahre arbeiten (existieren). Altec meldete dann zum zweiten Male Bankrott an.

Im Jahr 1984 erwarb die "Gulton Industries" die Marke "Altec" aus dem Chapter 11 Konkurs. Seither gab es eine Reihe von Eigentümern, ab 1995 die Telex Communications, ab 2000 die Sparkomatic, ab 2005 die Sprechgarnitur-Firma Plantronics, die wiederum 2009 von "Prophet Equity" gekauft wurde. Altec ist seit 2012 im Besitz der "Infinity Group" (das ist nicht der uns bekannte Lautsprecherhersteller aus der Harman Gruppe, sondern eine dieser Finanz- "Heuschrecken"), einem Unternehmen, das umkämpfte Verbraucher-"Marken" erwirbt und aufbaut, dann zerstückelt und in der Regel wieder gewinnbringend vertickt. [7]

Zu den populären Lautsprechern von ALTEC gehörten der Koaxlautsprecher Altec Lansing Duplex 600, Studiomonitore aus den 1940er bis 1980er Jahren und die Altec-Lautsprecherreihe "Voice of the Theatre", die in Kinos, Konzerthallen und auch im Rockbereich weit verbreitet sind (waren) , z.B. auf Konzerten von den 1960er bis in die 1990er Jahren, wie zum Beispiel Custom Designs beim Woodstock Festival.
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Die ausführliche ALTEC Geschichte :
"Konzeption und frühe Produkte"

Im Jahr 1930 gründete die Abteilung "Western Electric" vom amerikanischen Giganten AT&T eine weitere Abteilung für die Installation und den Service von Lautsprechern und elektronischen Produkten für den in den USA boomenden Kino-Einsatz. Diese Firma wurde "Electrical Research Products, Inc." genannt und allgemein mit dem Akronym "ERPI" bezeichnet.

EPRI war auch der Grund einer Anti-Trust-Klage von Stanley K. Oldden. Im Jahr 1936 hatte Western Electric seine Produktionsabteilung für Audioausrüstung, die von "International Projector und Motiograph" gekauft wurde, abgegeben und wollte (oder mußte) die dazugehörige Serviceabteilung "ERPI" auflösen.

"ERPI" wurde 1937 von einer Gruppe von ERPI-Führungskräften, darunter George Carrington, Sen., Leon Whitney "Mike" Conrow, Bert Sanford, Jun. und Alvis A. Ward, mit einer Finanzierung von drei Wall Street Investoren im Rahmen eines Management-Kaufs gekauft.

"ERPI" wurde dann als "Altec Service Company" wieder eingeführt, wobei "Altec" für "all technical". Übrigens versprachen die 4 Unternehmensleiter damals, dass sie niemals Audiogeräte herstellen oder verkaufen würden.

Diese "Altec Services Company" erwarb die bankrotte (James B.) Lansing Manufacturing Company und vereinte die beiden Namen und gründete am 1. Mai 1941 die "Altec Lansing Corporation".

Im selben Jahr (1941) wurde die erste Altec Lansing-Endstufe, Model 142B, produziert. Der ex Lansing Chef "James Bullough Lansing" arbeitete numehr für "Altec Lansing".

Dann im Jahr 1946
gründete er die (wieder seine eigene) "James B. Lansing Company" (bei uns bekannt als "JBL"), numehr ein weiterer Hersteller von hochwertigen professionellen Lautsprechern, der natürlich mit Altec Lansing konkurrierte.
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Was baute ALTEC LANSING

Altec Lansing produzierte eine Linie von professionellen und High-Fidelity- Audiogeräten, beginnend mit einer Linie von Horn- basierten Lautsprechersystemen. Diese Produkte wurden ursprünglich für den Einsatz in Kinos entwickelt und wurden für ihre Wiedergabetreue, Effizienz und hohe Klangqualität (nach damaligen Maßstäben) angepriesen.

Zu den Produkten gehörten "Biflex" -Lautsprecher, bei denen der Frequenzbereich durch eine flexible "Entkopplung" eines kleinen Mittenbereichs des Lautsprecherkegels von einem größeren "Woofer"-Bereich erhöht wurde. Die koaxialen Lautsprecher der 604-Serie verwendeten einen hocheffizienten Kompressionstreiber, der an der Rückseite des niederfrequenten Magneten des 604 montiert war und durch ein mehrzelliges Horn, das durch die Mitte des Konus des Tieftöners lief, austrat.

Altec Lansing machte auch die "Voice of the Theatre" systeme. Das Design war das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen John Hilliard und Jim Lansing. Die kleinste von ihnen, die A-7, verwendete ein mittelgroßes sektorales Metallhorn für hohe Frequenzen, das mit Registern (Sektoren) für die Kontrollausbreitung und einem mittelgroßen hölzernen Tieftongehäuse, das als Hybrid fungierte, ausgestattet war Bass-Horn- / Bassreflex-Gehäuse.

Das am häufigsten verwendete System "Voice of the Theatre" war die A-4, von denen viele heute noch im Kino verwendet werden. Die Effizienz all dieser Produkte lieferte ursprünglich hohe Schalldruckpegel aufgrund der begrenzten Verstärkerleistung, die zu dieser Zeit verfügbar war. Die ursprüngliche Stimme der Theatre-Serie enthalten die A-1, A-2, A-4 und A-5. Die A-7 und A-8 wurden für kleinere Veranstaltungsorte konzipiert.

Die frühen Produkte wurden im Laufe der Zeit überarbeitet und mit dem Zusatz von gummierten Lautsprechereinfassungen (Gummi-Sicken !) und anderen modernen Funktionen verbessert.

Bill Hanley verwendete Altec Hochfrequenztreiber und -hörner zusammen mit JBL-Tieftönern in seinem maßgeschneiderten Lautsprechersystem für das Woodstock Festival 1969. Einige professionelle Altec Lansing-Produkte blieben bis in die 1990er Jahre in Gebrauch.

Altec Service Co. und Altec Lansing Professional Audio-Produkte

James Ling erwarb 1958 die Altec Lansing Corporation von dem angeschlagenen George Carrington senior. Zu der Zeit, als James Ling 1974 die Altec Lansing ausgliederet, hatte seine eigene Firma, LTV-Ling-Altec, eine Menge Schulden.

So erwarb im Jahr 1984 die "Gulton Industries, Inc." die Altec Sound Products Division von der Altec Lansing Corporation, die bereits 10 Jahre unter dem Schutz des Kapitel 11 des US-Konkursgesetzes tätig war. Mit dem Kauf wurden die Werkzeuge, Teile und Produktbestände, das Vertriebsnetz, Designs, Patente und Vermögenswerte der Sound Products Division von Altec Lansing einbezogen.

Die Firma Altec Service Co., ein Unternehmen für die Installation und Reparatur von Kinofilmen, wurde an J. Bruce Waddell, damals Leiter von Altec Service, und Rechnungsprüfer Robert V. Gandolfi verkauft. Sie etablierten es als A.S.C. Technische Dienstleistungen in Richardson, Texas.

Die Altec Lansing Corporation wurde von Gulton Industries im Rahmen des Kaufs gegründet und hatte ihren Hauptsitz in Oklahoma City, dem Standort der von Jimmy Ling gebauten "University Sound" Fabrik, als er von White Plains, New York, hierher zog. Vor dem Kauf hatte "Altec Lansing" seinen Hauptsitz in Yorba Linda, Kalifornien, wurde aber im Rahmen der Bemühungen zur Senkung der Betriebskosten umgezogen.

Die "Altec Lansing Corporation" produzierte professionelle Audioprodukte bis etwa 1995, als Telex Communications, die 1997 die Muttergesellschaft von Altec Lansing, EVI Audio, Inc., erworben hatte, alle ihre Elektronik- Fertigungsstätten an einem Standort in Minnesota konsolidierte.

Dezember 2000 - wieder mal ein "Umbruch"

Im Dezember 2000 wurde die Professional Division von Altec Lansing von Telex geschlossen und die Marke Altec Lansing wurde später an Sparkomatic verkauft und in Altec Lansing Technologies umbenannt.

Die Altec Lansing Professional Linie wurde im April 2002 von Altec Lansing Technologies mit einigen ehemaligen Führungskräften und Toningenieuren der alten Altec Lansing Corporation, Oklahoma City, wiederbelebt. Damit sind die professionellen und Verbraucherprodukte von Altec erstmals seit 1986 unter einem Dach vereint.

Ab 2002 übernahm "Land Rover" die Lautsprecher von Sparkomatic (Altec Lansing). Das Unternehmen ließ später die professionellen Audioprodukte fallen und die Büros von Altec Lansing Professional in Oklahoma City wurden Ende 2006 geschlossen und alle verbleibenden Aktivitäten wurden in die Zentrale in Milford, Pennsylvania verlegt. (Anmerkung: Ob das alles stimmt, ist nicht bestätigt.)

Im Jahr 1996 gründete Altec Lansing Technologies Multimedia ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Kfar Saba, Israel. Das als ALST Technical Excellence Center bekannte Zentrum kooperiert mit STMicroelectronics (ALST = Altec Lansing + STMicro) und konzentriert sich auf fortschrittliche Multimediatechnologien wie USB-Audio, Surround-Sound und drahtloses Audio sowie auf Handheld-Video. Das Zentrum wurde 2001 geschlossen und die Entwicklungsaktivitäten in das Milford Headquarter verlegt.

2001 - ein Neuanfang mit Kopfhörern

Am 30. April 2001 brachte Altec Lansing Technologies ihre erste Kopfhörerserie namens AHP-Serie auf den Markt. Diese Kopfhörerserie hatte verschiedene Designs und Preisklassen.

Im Februar 2004 hat Altec Lansing Technologies eine Reihe von Lautsprechern neu aufgelegt, angefangen mit der A7 "Voice of the Theatre", die in den USA mit einigen Änderungen am Gehäuse hergestellt wurde. In ähnlicher Weise hat Altec Lansing Technologies die Lautsprecher 510, 508 und 305 neu aufgelegt. Tatsächlich wurden sehr wenige Lautsprecher produziert.

Am 11. Juli 2005 gab Altec Lansing Technologies bekannt, dass es von Plantronics für rund 166 Millionen US-Dollar übernommen werden "soll !!!!".

Am 10. September 2008 wurde Altec Lansing Technologies durch eine Firmenveränderung in Altec Lansing LLC umbenannt und sein Logo von einem "Whirlpool" zu einer Abstraktion eines mehrzelligen Horns.

Am 1. Oktober 2009 gab die Altec Lansing LLC bekannt, dass sie von Prophet Equity für rund 18 Millionen Dollar übernommen werden soll. (man beachte den Unterschied zu den 166 Milionen)

Im Juli 2011 kündigte Altec Lansing LLC die Eröffnung eines neuen Hauptsitzes der Westküste in San Diego, Kalifornien, an. Brendon Stead trat als Vice President für Produktmanagement und Engineering in die Firma ein. Stead war früher der General Manager und Vizepräsident von "Harman International" und Labtec.

Am 18. Oktober 2012 kaufte "The Infinity Group" Altec Lansing für 17,5 Millionen Dollar bei einer erneuten Auktion (aus der Konkursmasse) und rettete damit das Unternehmen vor dem endgültigen Bankrott. - Diese Firma Infinity ist darauf spezialisiert, umkämpfte oder bankrotte Verbrauchermarken zu erwerben und umzukehren. [7]

Nachtrag und Bewertung der Geschichte

Aus der Firmenhistorie von Altec Lansing sieht man ganz deutlich, wir bekamen von den Problemen der diversen kleinen Nischen-Firmen (für uns waren das sogenannte Klitschen) so gut wie nichts mit. In unseren Hifi-Zeitschriften wurden seltenst mal die Hintergründe ernsthaft und akribisch seriös durchleuchtet, das hätte den Importeur bei der so dringed benötigten Anzeigenschaltung arg ausgebremst, und zu den amerikanischen Hifi-Magazinen hatten wir damals nur bedingten Zugang.

Altec war zwar im amerikanischen Theater- und Kinomarkt bekannt und vielleicht dort drüben auch berühmt, in der Hifi-Scene fristeten diese Hornlautsprecher ein Nischendasein. Diese Boxen klangen doch recht verfärbt - also bereits damals - und heute hätten diese alten Dinosaurier kaum eine Chance bei einem realen Vergleich.

Der Name Altec lebt also bei den völlig überzogenen ebay Preisen mit den bewußt geschürten Legenden, Mythen und Glorien der Vergangenheit.

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