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Zwei (für 1963) edle Grundig Hifi-Geräte für "Jedermann". Die Geräte sind eingelandet und werden gereinigt.

HF10L jetzt für Stereodecoder
hier rechts der kleine Decoder
und hier das "Raum"-Hallgerät

Ein erster Blick vom 27. Juni 2011 - Gert Redlich - Diese Grundig Röhrengeräte Baujahr 1963/64 waren in den wenigen Jahren vor dem ersten wirklich attraktiven Grundig RT50 und Grundig SV50 das Nonplusultra an erschwinglichem Hifi.

Sie waren dann meist bis etwa 1980 in Betrieb und veschwanden irgendwann in diversen Kellern. Dort gab es andauernde Feuchtigkeit und Salpeter, der aus den Wänden kam und diverse andere Einflüsse, die den Metallen arg zu schaffen machten.

Doch eine (sonnen-) warme Seifenlauge aus Regenwasser und Seife samt 32 Grad im Schatten, dazu eine gute Bürste und ein fester Pinsel, das wirkt Wunder. Nach der Grundreinigung kommt noch ein richtiger Schwall Regenwasser zum Abspülen und dann die Pressluftpistole zum Vortrocknen der Wassertropfen in den Ecken und Ritzen und den äußeren Trafowicklungen.

Die vorgetrockneten Geräte kommen dann in die pralle Sonne, sodaß sie sich bis auf etwa 60 Grad aufheizen. Das vertreibt in wenigen Stunden (fast) die gesamte Restfeuchte aus allen Ritzen.

Leider geht bei dieser Prozedur auch die Beschriftung der Röhren ab. Warum diese Farbe nicht mal wasserfest ist, ist nicht nur billig, es ist schade und unverständlich. Doch mit einem Schaltplan und einem Lageplan ist es für den Röhrenprofi kein Problem, die wenigen Röhren wieder zuzuordnen.

Auch der Stereodecoder 6 und der Hallverstärker mussten diese Prozedur über sich ergehen lassen und glänzen wieder ein wenig.
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Optisch war der HF10L damals ein Leckerbissen.

Die meisten Radio-Hersteller hatten sich, natürlich unfreiwillig - und von Max Grundig vor ihm her getrieben -, von der Stoffbespannung ihrer Radios so langsam getrennt und steuerten technisch in Richtung Stereo und optisch zu einem etwas moderneren Design hin. Der HF10 (ohne das L) hatte im Unterschied zum HF10L noch die runden grauen Drucktasten.

Doch die Grundig Ingenieure (damals gab es dort (noch) keine richtigen Designer wie Dieter Rams bei Braun in Frankfurt) hatten mitsamt dem Chef ein Händchen für den sich wandelnden Nachkriegs-Geschmack und schufen sehr attraktive Frontplatten.

Dazu kamen ein oder mehrere wirklich gute Fotografen, die diese Geräte in der Grundig Revue phantastisch gut, beeindruckend und vor allem bunt ablichteten, natürlich mitsamt der tollen (Grundig-) Sprüche.

Und natürlich waren der Preis und die Qualität unschlagbar günstig. Und das zählte damals auch noch mal. Fragen Sie mal nach, wer 1962 bereits einen Fernseher hatte ? Stereo und Hifi kam noch viel weiter hinten dran.
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Der NF 20 war das Ende der Röhrenverstärker bei Grundig.

Mit dem SV50 läuteten die Grundig Werke zur Funkausstellung 1963 die Transistortechnik im Hifi-Verstäkerbau ein. Kleine Transistorverstärker gab es zwar bereits vorher, doch mit Hifi hatte das alles recht wenig zu tun. Von da an waren die Röhren so gut wie out.

Der NF20 war mit seinen 2 x 15 Watt an 5 Ohm des Flagschiff unter den kaufbaren (erschwinglichen) Röhren-Endverstärkern für den kleinen Mann. Sicher gab es da ganz dicke Boliden zum Preis eines VW Käfers (der kostete aber schon etwas mehr als die allerersten DM 5.000.-) Aber mit 4.000 Mark war man mit einem McIntosh 275 dabei. Nur, so viel hatten die jungen Pappies in Deutschland West (noch) nicht, da mussten es 250 oder 300 Mark tun.

Der NF20 stammte auch aus der Bausteinserie für Max Grundigs Konzertschränke. Bei Grundig unterteilte man diesen "Schrankbereich" in Musiktruhen und Konzertschränke. Letztere waren bereits deutlich besser mit ihren 3 Wege Lautsprechern und wie gesagt - den getrennten Hifi-Bausteinen im Lochblech Design.

Einen Grundig Röhrenverstärker wiederaufarbeiten

Im Internet liest man häufig, daß Röhren Fans solche Grundigs völlig zerlegt und dann auf Neu getrimmt haben wollen. Doch das ist vergebene Liebesmüh, denn die Krux bei allen Röhrenverstärkern liegt in den Übertragern. Der Netztrafo liefert seine Spannungen, mehr nicht. Da gibts fast nichts zu verbessern, es sei denn, er hat einen Kurzschluß bzw. geht nicht mehr.

Bei den Übertragern ist jedoch viel theoretisches Fachwissen in Transformatorentechnik gefragt. In den dicken ausführlichen McIntosh Unterlagen der 1960er Jahre wird recht genau beschrieben, mit welchen wicklungstechnischen Tricks man die Linearität der Leistungswandlung in einem großen Frequenzbereich sicher stellt. Die allermeisten Leistungs-Übertrager in älteren Endstufen hatten gerade mal eine Primär- und eine Sekundärwicklung.

Damit konnte der Frequenzbereich auf etwa 60 Hz bis etwa 14 kHz (leidlich linear +-5dB) getuned werden. Die Rechteck- Oszillographenbilder der bekannten Röhrenendstufen bei Frequenzen ganz oben und ganz unten sprechen Bände. In der Funk-Technik sind solche Bilder vom NF1 drinnen, der sowieso nur knapp 6 Watt Sinus bei 1kHz konnte und bei 40Hz noch deutlich weniger. Die wenigsten hatten ihren NF2 oder NF20 mal richtig durchgemessen, was der wirklich kann.

Mit modernen Klangquellen, einem modernen Vorverstärker und moderneren Lautsprechern tun sich beim Vergleich eines MC240 und eines Grundig NF20 die gleichen Unterschiede und klanglichen Welten auf wie beim damaligen Preis. Und der Preis war erheblich anders.

Der verbleibende Grund ist das nostalgisch befriedigende Erlebnis des Erfolges, wenn er wieder geht. Klangliche Wunder oder gar Schlüsselerlebnisse dürfen Sie von diesen alten Geräten keinesfalls erwarten.
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