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Gerhardt Ronnebergers Autobiographie - Deckname "SAALE" - aus 1999 - ein Generaldirektor erzählt .....

Gerhardt Ronneberger, geboren im März 1934 in Saalfeld († 2013 ?) schreibt 1999 in seiner Autobiographie (1982–1999) auf etwa 370 Seiten, wie es wirklich zuging beim MfS, der Stasi und den Betrieben in der "Deutschen Republik". Da er nie in einem richtigen Ossi-Gefängnis eingesperrt war, fehlt diese Erfahrung völlig, dafür aber die Zustände in einem West-Gefängnis und wie es dazu kam und vor allem, was danach bis zur Wende im Dez 1989 kam. Der Einstieg beginnt hier und mein Resume über das Buch endet hier.

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Kapitel 4
Die Volkswirtschaft der DDR und die Rolle der Mikroelektronik

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"CoCoM" traf die DDR-Wirtschaft mitten ins Herz

Der Kalte Krieg erzeugte nach 1945 nicht nur Nachgeburten wie die DDR und die Bundesrepublik, sondern auch Nachwehen, beispielsweise im wirtschaftlichen Ungleichgewicht zwischen beiden deutschen Staaten.

So erhielt Westdeutschland mit dem Marshall-Plan eine Initialzündung und wurde in das sich entwickelnde System der Arbeitsteilung der stärksten Industrienationen der westlichen Welt mit den USA an der Spitze einbezogen.

Die DDR hingegen hatte an die UdSSR Reparationen in einem für ein einziges Land bisher unbekannten Maße zu zahlen und wurde von den Westmächten durch Handelsbeschränkungen, Zölle, Verweigerung der Meistbegünstigung und vor allem durch Embargomaßnahmen von der weltweiten Arbeitsteilung ausgeschlossen.

Die CoCoM-Bestimmungen des Westens trafen die DDR-Wirtschaft mitten ins Herz, minderten erheblich deren Lebensfähigkeit und machten für uns eine weltmarktfähige internationale Kooperation nahezu unmöglich.

Kurzum: CoCom lähmte spürbar die Dynamik der Volkswirtschaft der DDR. In Washington, London, Paris und Bonn wußte man sehr wohl, was man tat in Namen von Freiheit und Demokratie...
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  • Anmerkung : Hier irrt Herr Ronneberger. Die Russen mit dem KGB hatten die Oberhoheit auch über Minister Mielke und das MfS und griffen sofort alles an geklauten Informationen aus dem Westen ab, das militärisch irgendwie verwertbar war --- und es war ja damals der kalte Krieg in voller Breite.

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Die Legende von der Autarkie - die Erkenntnis gab es .....

Andererseits wurde die DDR-Wirtschhaft von Anfang an von den „Brüderländern", insbesondere vom „Großen Bruder" in Moskau, einseitig auf die Befriedigung der Bedürfnisse des RGW ausgerichtet. So wurden durch die dort gefaßten Spezialisierungsbeschlüsse materialintensive Produktionszweige wie der Schiffbau, der Schienenfahrzeugbau und der Schwermaschinenbau forciert, obwohl es keine entsprechenden metallurgische Basis gab.

Die DDR mußte zum einen mit dem größten Teil ihrer Exporte die Rohstofflieferungen aus den RGW-Ländern bezahlen und sich zum anderen nach den Bedürfhissen dieser Abnehmer richten, die selten den harten Weltmarktbedingungen entsprachen.

Logisch, daß solche Exporterzeugnisse dann im Westen nicht zu verkaufen waren und ihre Weltmarktfähigkeit ständig abnahm.

Ronneberger wußte, was "draußen" abging

Mit dem atemberaubenden Tempo der wissenschaftlich-technischen Revolution in den USA, in Japan und in der EG konnte der RGW nicht mithalten.

Im Gegenteil: Der Rückstand wurde immer größer. Es wurde zwar krampfhaft versucht, auf ausgewählten Gebieten, beispielsweise in der Mikroelektronik, den Anschluß an das internationale Niveau nicht zu verpassen, zumindest den Abstand nicht größer werden zu lassen, doch in der Endkonsequenz waren alle Mühen erfolglos.

Hinzu kam, daß das in der UdSSR und in den anderen sozialistischen Ländern vorhandene Forschungs- und Entwicklungspotential auf die Rüstungsindustrie konzentriert wurde. Aber der wahnsinnige Rüstungswettlauf, die Herbeiführung des militär-strategischen Kräftegleichgewichts zwischen Ost und West zehrte von Anbeginn an der wirtschaftlichen Substanz der RGW-Länder.

Die ständige Aufrüstung und Modernisierung der Technik in den Armeen verschärften die ökonomischen Disproportionen in den sozialistischen Ländern, die DDR bildete da keine Ausnahme. Auch unsere Wirtschaft war instabil und damit angreifbar.

Letztlich hatten die Anstrengungen zur Aufrechterhaltung des militärstrategischen Gleichgewichts ihren Preis. Es gelang, den Russen die Butter vom Brot zu nehmen, wie ein amerikanischer Politiker einst drastisch formulierte - der Sozialismus ließ sich „totrüsten".

In diesen weltpolitischen Kontext war die DDR eingebunden.

Der Teufelskreis des RGW

„Strafverschärfend" mußte sich auch noch auswirken, daß unsere Wirtschaft in außerordentlich hohem Maße vom Außenhandel abhängig war. Wertmäßig wurden etwa zwei Drittel des Nationaleinkommens über den Außenhandel realisiert. Der Außenhandel war für die DDR lebensnotwendig, um die nötigen Rohstoffe und Ausrüstungen, aber auch Nahrungs- und Konsumgüter zu erhalten.

Da aber die Importe immer teurer eingekauft werden mußten und der Export von Halbfabrikaten und Rohstoffen ein Verlustgeschäft war, konnten wir nur von der Ausfuhr hochveredelter, technologieintensiver Erzeugnisse, insbesondere des Maschinenbaus und der Elektrotechnik und Elektronik, leben.

Doch auch hier war die DDR an den "Bruderbund" gefesselt oder mit anderen Worten: in einem Teufelskreis gefangen. Rund zwei Drittel des Außenhandelsumsatzes wurden mit den RGW-Ländern abgewickelt, allein vierzig Prozent mit der UdSSR. Es gab sogar Erzeugnisse, die bis zu achtzig Prozent unserer Produktionskapazität in die Sowjetunion geliefert wurden. Und aus der anderen Richtung, aus dem RGW, konnten wir weder Rohstoffe in erforderlicher Menge noch Ausrüstungen entsprechend des Weltstands oder ausreichend moderne Konsumgüter erhalten.

Verheerende Auswirkungen

Für die entscheidenden Importe einer modernen Volkswirtschaft - nämlich den notwendigen Ausgangsmaterialien, Halbfabrikaten und Baugruppen - hatte das verheerende Auswirkungen. Einerseits konnten wir von unseren Partnern im RGW keine Zulieferungen för moderne Technologien erwarten, andererseits verhinderten die CoCOM-Bestimmungen entsprechende Importe aus dem Westen bzw. nur zu überhöhten Preisen und auf Umwegen.

Außerdem wurden die Technologie-Embargos bald um ein Wissenschafts-Embargos erweitert, d. h. wir wurden von bestimmten Kongressen ausgeschlossen und wissenschaftliche Veröffentlichungen wurden unter CoCOM-Kuratel gestellt.

Zweifellos beeinträchtigte das Embargo nicht nur unsere Technologie, sondern auch insgesamt die Arbeitsproduktivität, es wurde als Streitaxt im weltweiten Konkurrenzkampf gehandhabt. Mit derart ungleichen Waffen ausgerüstet, führte die DDR ihren wirtschaftlichen Kampf ums Weltniveau eigentlich ohne jede reale Chance.

Diese Grundwahrheit verdrängend, versuchten wir aus eigener Kraft, den Rückstand auf Teilgebieten wettzumachen. Mit Produkten „Made in GDR" sollte das hergestellt werden, was auf internationalen Märkten nicht zu beschaffen war.

Aber kein Wunder - diese Eigenentwicklungen entsprachen oft nicht dem letzten technischen Stand und waren natürlich viel zu teuer. Das wiederum schmälerte unsere Konkurrenzfähigkeit und verschlechterte die Devisenrentabilität. Diese Erzeugnisse vermochten wir zwar im RGW reißend abzusetzen, aber im Westen waren sie nicht oder nur mit Verlusten zu verkaufen.

Die unausbleiblichen Folgen:

Die hochgesteckten Exportziele nach dem Westen konnten nicht mehr erreicht werden, und es wurden nicht genügend konvertierbare Devisen erwirtschaftet. Die Auslandsverschuldung gegenüber dem Westen stieg von Jahr zu Jahr. Hatte die DDR noch 1975 etwa 6 Milliarden Valutamark Auslandschulden, so waren es vier Jahre später bereits 30 Milliarden, um dann 1989 die Summe von 41,8 Milliarden erreicht zu haben, wie es am 28. September 1989 in einer von Gerhard Schürer, Gerhard Beil, Alexander Schalck-Golodkowski, Herta König und Werner Polze für den Generalsekretär der SED erarbeiteten „Geheimen Kommandosache" festgestellt wurde.

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Über das Autarkiestreben der DDR

Mitunter wurde und wird gern vom Autarkiestreben der DDR gesprochen. Ich meine, das ist falsch. Damit tut man sowohl Walter Ulbricht als auch Erich Honecker, und sogar Günter Mittag Unrecht. Denn die DDR hat sich nicht bewußt und schon gar nicht freiwillig in eine solche Position begeben, in der sie weitgehend von der Weltwirtschaft und vom Weltmarkt abgekoppelt war. Vielmehr waren es in erster Linie äußere Einflüsse, die dieses kleine Land in eine solche Situation drängten. Kalter Krieg und Embargo waren keine Erfindungen der Kommunistischen Internationale...

Eine Frage des wirtschaftlichen Überlebens - Sein oder Nichtsein - eine Geradestellung

Die Bedeutung der "Mikroelektronik" für die Volkswirtschaft der DDR : Leider hat es sich nicht nur eingebürgert, sondern gehört fast zur modischen Political Correctness, im nachhinein von der „völlig maroden" DDR-Wirtschaft zu sprechen.

Ich kann mit solchen leichtfüßigen Urteilen nicht Schritt halten, zumal sie ein Klumpfuß ziert. Denn trotz aller genannten - und hier bislang ungenannten - Probleme war die DDR ein entwickelter sozialistischer Industriestaat, der beispielsweise auf den Gebieten des Maschinenbaus und der Elektrotechnik beachtliche Leistungen erzielte.

So wurden 1989 über 70 Prozent der produzierten Werkzeug- und Verarbeitungsmaschinen mit Mikroelektronik ausgerüstet. Damit konnte der DDR-Maschinenbau einen Exporterlös von 65 Milliarden "Mark der DDR" erzielen.
Andererseits mußten jährlich für rund 250 Mio. DM (Devisen) Erzeugnisse der Mikroelektronik in Form von elektronischen Bauelementen und Baugruppen gegen konvertierbare Währung - das waren etwa 1 Milliarde Mark der DDR - aus dem Westen importiert werden. Die Zahlen illustrieren zugleich Erfolg und Dilemma der DDR-Wirtschaft.

Für eine derart export- und importabhängige Volkswirtschaft wie die der DDR gewann die Produktion von Maschinen und Ausrüstungen, die dem wissenschaftlich-technischen Höchststand entsprachen und mit der Mikroelektronik verbunden waren, immer größere Tragweite. Anders formuliert: Maschinenbau und -export ohne moderne Mikroelektronik hätte bedeutet, ineffektiv zu sein und ständig dem Weltniveau hinterherzuhinken.

Moderne Konsumgüter sind ohne Mikroelektronik nicht denkbar. Weltraumforschung, Raketentechnik und Rüstungsgüter forderten modernste mikroelektronische Bauelemente. Die Mikroelektronik wurde damit zu einem Schlüsselproblem, zu einer strategischen Aufgabe ersten Ranges.
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Das betraf natürlich nicht nur die DDR.

Zeigte doch die internationale Entwicklung, daß in der Welt wirtschaftlich jene Länder an der Spitze standen, die auf dem Gebiet der Mikroelektronik führend waren, nämlich Japan und die USA. Die Bundesrepublik kämpfte zu diesem Zeitpunkt verbissen um den Anschluß an die Spitze und befand sich auf bestem Weg, ihn auch zu erreichen.

Die Bundesrepublik stand dabei vor der Frage, Mikroelektronik zu kaufen oder selbst zu produzieren. Die Entscheidung war eindeutig, es wurden eigene Anstrengungen unternommen.

Jeder andere Entschluß hätte bedeutet, sich von Anfang an in die zweite Reihe zu stellen, ökonomischen Rückstand und Abhängigkeit in Kauf zu nehmen.

Wie sollte es anders sein - auch die DDR stand vor der Alternative, Mikroelektronik zu importieren oder selbst herzustellen.

Doch bei der Entscheidungsfindung ging es nicht nur um die Kernfrage des technologischen Know-how.

Es ging auch nicht schlechthin um eine wissenschaftlich-technische Entwicklungsrichtung, sondern um die Ökonomie in der gesamten Volkswirtschaft wie in ihren einzelnen Zweigen.

Entwicklung, Produktion und Anwendung der Mikroelektronik bedeuteten eine wesentliche Verringerung des Energieverbrauches in gesamtvolkswirtschaftlichem Maßstab, grundlegend neue Voraussetzungen für die Einsparung von Material und vor allem um Voraussetzungen, Exporte in sozialistische und auch westliche Länder durchzuführen und dabei eine höhere Devisenrentabilität zu erzielen.
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International hatte der Wettlauf längst begonnen.

Im Maschinenbau wie in der Elektrotechnik wurde zunehmend das ganze Spektrum der Erzeugnisse in ihrem Gebrauchswert und in ihrer Wirtschaftlichkeit von der Mikroelektronik bestimmt. Wir liefen Gefahr, überrundet oder gar völlig abgehängt zu werden. Ohne moderne mikroelektronische Ausrüstung wären unsere Maschinen und Anlagen nur noch Ladenhüter geworden.

Es ging also für den DDR-Export um weitaus mehr, als lediglich darum, mit der Mikroelektronik bessere Exporterlöse zu erzielen. Auf den Punkt gebracht: Gegenwart und Perspektive der DDR als modernes Industrieland stand oder fiel mit der Entwicklung, Produktion und Anwendung der Mikroelektronik.
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Der Weg dorthin war im Lande nicht unumstritten.

Manche DDR-Politiker und Wirtschaftler verstanden die tiefe ökonomische Bedeutung der Mikroelektronik nicht. Dazu gehörte auch Gerhard Schürer als Vorsitzender der Staatlichen Plankommission und vor allem sein Stellvertreter, Staatssekretär Heinz Klopfer, und einige andere Regierungsmitglieder.

Sie sahen in ihr nur ein Prestigeobjekt, das jährlich Milliardeninvestitionen verschlang, insgesamt über 15 Milliarden Mark, die an anderer Stelle in der Volkswirtschaft fehlten. Gewiß, die Investitionen überstiegen die Leistungskraft der DDR.

Aber hatten wir eine andere Wahl? Es war nicht so einfach wie in den Sportarenen, wo die DDR-Sportler die Goldmedaillen scheinbar abonniert hatten. Schließlich ging es nicht allein um ein wirtschaftliches Wettrennen mit den Supermächten der Mikroelektronik, sondern einfach um das wirtschaftliche Überleben der DDR.
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Hätschelkinder und Sorgenkinder

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Die Kombinate der mikroelektronischen Industrie der DDR

"Demokratischer Zentralismus" hieß das Zauberwort, nach dem die gesamte DDR-Gesellschaft funktionieren sollte. Der eherne Grundsatz war das eine, das praktische Leben das andere, nämlich ein weites Feld, auf dem man regelmäßig experimentierte.

So wurde bis Anfang der 19sechziger Jahre die ganze Volkswirtschaft der DDR zentralistisch durch den Volkswirtschaftsrat geleitet. Innerhalb des Volkswirtschaftsrates gab es Abteilungen, die nach Wirtschaftszweigen gegliedert waren, darunter auch eine Abteilung Elektrotechnik unter Leitung von Ottfried Steeger und eine Abteilung Elektronik unter Leitung von Karl Nendel.

Als der Volkswirtschaftsrat aufgelöst und die Industrieministerien im Januar 1966 gebildet wurden, entstand unter anderem das Ministerium für Elektrotechnik/Elektronik unter Führung von Minister Ottfried Steeger; Karl Nendel wurde Staatssekretär in diesem Ministerium.

Den Abteilungen des Volkswirtschaftsrates und später den Industrieministerien waren die "Vereinigungen Volkseigener Betriebe" (VVB) unterstellt, in denen jeweils Unternehmen mit gleichartiger Produktionsstruktur zusammengefaßt waren.

Beispielsweise waren in der VVB Bauelemente und Vakuumtechnik Betriebe zur Herstellung elektronischer Bauelemente und Lichtquellen integriert. Aus diesen VVB wurden in den 19siebziger Jahren die Kombinate gebildet.

Jedenfalls entstanden 1977/78 aus der VVB Bauelemente und Vakuumtechnik die Kombinate Mikroelektronik in Erfurt, Elektronische Bauelemente in Teltow und Narva in Berlin. Das Kombinat Mikroelektronik vereinte die Betriebe zur Entwicklung und Herstellung der sogenannten aktiven Bauelemente, also der mikroelektronischen Schaltkreise. Das Kombinat elektronische Bauelemente dagegen produzierte sogenannte passive Bauelemente wie Widerstände, Kondensatoren, Kontaktbauelemente und Leiterplatten. Es hatte seinen Sitz und Stammbetrieb in Teltow bei Berlin, Produktionsbetriebe gab es auch in Neuruppin, Luckenwalde, Gornsdorf, Kamenz Görlitz, Freiberg, Gera und Lobenstein.
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Das Herzstück der Mikroelektronik der DDR

Das Kombinat Mikroelektronik, Herzstück der Mikroelektronik der DDR, hatte sein Zentrum in Erfurt. Dieses war aus dem ehemaligen Funkwerk Erfurt, einem Produzenten von Empfangerröhren und Meßtechnik mit jahrzehntelangen Erfahrungen, hervorgegangen und hatte mit Milliardeninvestitionen neue moderne Fabriken in Erfurt Südost (ESO) erhalten.

Das zweite Standbein des Kombinates war das Halbleiterwerk in Frankfurt/Oder, das Anfang der 19sechziger Jahre aufgebaut wurde und der erste Produzent von Halbleitern in der DDR war. Auch dieses Werk wurde ständig erweitert und modernisiert.

Weitere Betriebe des Kombinates zur Herstellung mikroelektronischer Bauelemente befanden sich in Stahnsdorf, Neuhaus, Mühlhausen, Zehdenick, Ruhla und Freiberg.
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Das Zentrum für Mikroelektronik Dresden (ZMD)

Zum Kombinat Mikroelektronik gehörte bis 1986 das Zentrum für Mikroelektronik Dresden (ZMD), ein leistungsfähiges Forschungszentrum, das aus der ehemaligen Arbeitsstelle für Mikroelektronik Dresden (AMD) der VVB Bauelemente und Vakuumtechnik hervorging, die seit Anfang der 19sechziger Jahre Forschung und Entwicklung für mikroelektronische Bauelemente betrieb.

Das Kombinat Carl Zeiss Jena war nicht nur ein Kombinat der Optik und Präzisionsmechanik, sondern auch der Rüstungstechnik und Mikroelektronik und wurde zielstrebig zu einer Hightech-Hochburg ausgebaut.

Deshalb wurde zum einen das Zentrum für Mikroelektronik in Dresden Zeiss zugeordnet und zum anderen mit dem Aufbau eines neuen Forschungs- und Entwicklungszentrum des Kombinates Mikroelektronik in Erfurt begonnen.

Mit der Übernahme des Zentrums für Mikroelektronik Dresden spielte ab 1986 das Kombinat Zeiss die führende Rolle in der weiteren Entwicklung der Mikroelektronik. Hier wurden jetzt die Grundlagenforschung und die Entwicklung bis zum 1-MBit-Schaltkreis betrieben. Außerdem wurden für die Herstellung dieser Bauelemente in den Betrieben des Kombinates wichtige Produktionsausrüstungen fabriziert

Mit dem Ausbau von Zeiss Jena zum Zentrum der Hochtechnologie sollten höchste Technologiestandards in der Mikroelektronik erreicht werden, um die mit dem westlichen Embargo belegten Waren, Bauelemente und Produktionsausrüstungen durch Eigenproduktionen zu ersetzen.
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Ein Blick auf das Kombinat Robotron mit Sitz in Dresden

Das Kombinat Robotron mit Sitz in Dresden wiederum entwickelte und produzierte Computertechnik einschließlich peripherer Geräte und Software sowie Bürotechnik. Voraussetzung dafür war, daß Robotron von den bereits genannten Kombinaten die entsprechenden Bauelemente zu Verfügung gestellt bekam.

Robotron war ein wichtiger Exporteur in die Länder des RGW und besonders in die UdSSR. Entsprechend erhielt auch dieses Kombinat hohe finanzielle Mittel, um sein Forschungszentrum auszubauen und die Produktionskapazitäten zu erweitern und zu modernisieren.

Verständlich auch, daß Robotron von den anderen Kombinaten bei der Beschaffung von Know-how und Software aus westlichen Ländern unterstützt wurde, um den wissenschaftlich-technischen Rückstand aufzuholen.

Das Kombinat Keramische Werke Hermsdorf produzierte in erster Linie Elektrokeramik und Installationsmaterial, war aber auch im begrenzten Umfang auf Teilgebieten der Mikroelektronik tätig, indem beispielsweise Hybridbauelemente entwickelt und hergestellt wurden.

Und nicht zuletzt sei das Kombinat Nachrichtenelektronik mit Sitz in Leipzig genannt, das speziell Nachrichten- und Meßtechnik herstellte. Trotz der enormen Bedeutung vieler Erzeugnisse für die Militärtechnik spielte dieses Kombinat eine untergeordnete Rolle und erhielt nur unwesentliche Unterstützung bei der Lösung der Aufgaben. Deshalb war es ein stetes Sorgenkind des Ministers für Elektrotechnik/Elektronik und seines Staatssekretärs.
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