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Aus dem Meßlabor von stereoplay 1982
"Rechteckverhalten von normalen Phono-Vorverstärkern"

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  • Anmerkung : Über das Thema Recheckverhalten von Audio-Geräten wird es noch mehrere Artikel geben, die sich teilweise ergänzen, teilweise widersprechen.

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Rechteckverhalten von Phono-Vorverstärkern (also erstmal nicht vom Prepre- Vorvor-Verstärkern)

Bei der meßtechnischen Untersuchung von Verstärkern legt stereoplay großen Wert auf das Verhalten des Phono-Vorverstärkers (Entzerrer-Vorverstärker), da er besonders kritisch in bezug auf Klangverfälschungen ist.

Der Phono-Vorverstärker hat die Aufgabe, das sehr schwache Tonabnehmersignal eines Plattenspielers (Anmerkung . Hier hätte der Redaktuer besser von dem Abtaster in einem Plattenspieler gesprochen, sonst ist es mißverständlich) zu verstärken und zu entzerren.

Da moderne Direktschnittplatten bei lauten Passagen Spitzensignale liefern, die wesentlich höher sind als die konventioneller Schallplatten, müssen Phono-Vorverstärker entsprechend übersteuerungsfest sein. Ist das Tonabnehmersignal größer als die Übersteuerungs-Festigkeit, so treten deutliche Verzerrungen auf. Die Folge: Der Verstärker produziert ein undurchsichtiges, rauhes Klangbild, dem es an Dynamik fehlt.

die „Q-20"-Messung

Meßtechnisch bestimmt stereoplay die dynamischen Fähigkeiten eines Phono-Vorverstärkers durch die „Q-20"-Messung. Der Test wird mit einem Signal durchgeführt, das einer rechteckig geformten Kurve (Mäander) entspricht.

  • Anmerkung : Das ist für Laien sehr ungeschickt ausgedrückt. Es gibt keine rechteckig geformten "Kurven". Kurven sind immer rund oder rundlich. Ein Mäander ist eine Umschreibung einer längeren Schlangenlinie. Ein elektronischer Signal-Generator erzeugt eine andauernde Sinus-Kurve oder ein andauerndes Rechteck- oder ein Dreieck-"Signal".

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Solche Rechtecksignale (hier ist es korrekt formuliert !) stellen besonders hohe Anforderungen an jeden Phono-Vorverstärker, da die Schaltungen des Verstärkers durch den sehr plötzlichen Signalanstieg (vertikale Linie) sehr schnell arbeiten müssen. Die horizontale Linie des Rechtecksignals soll möglichst waagerecht verlaufen. Sie entspricht niedrigsten Frequenzen. Erfüllt der Phono-Vorverstärker beide Kriterien, so wird "die Mäander-Kurve" ?? ohne sichtbare Verformungen auf dem Oszilloskop abgebildet und klangliche Verfälschungen bleiben gering.

Nun sind auch viele preiswerte HiFi-Verstärker in der Lage, Rechteck-Kurven sauber abzubilden, wenn der Pegel des eingespeisten Signals nicht besonders hoch ist. Üblicherweise beginnt stereoplay bei den Phonoeingängen für magnetische Abtaster mit einem Pegel von 31,6 Millivolt.

Hierbei werden die Frequenzen des Rechtecksignals oberhalb 20 Kilohertz durch ein Filter abgesenkt, da in der Praxis, also bei Musik, solch extrem hohe Frequenzen nur mit geringeren Pegelspitzen auftreten.

Wird die (Anmerkung: von einem Rechteck-Generator) eingespeiste "Rechteck-Kurve" ?? bei einer Signalspannung von 31,6 Millivolt sauber verarbeitet (eine Forderung, die an jeden HiFi-Verstärker zu stellen ist), beginnt der Meßtechniker, die Eingangsspannung des Rechtecksignals kontinuierlich zu erhöhen.
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Die Meßwertetabellen

In der Meßwertetabelle ist dann die höchste Signalspannung angegeben, bei der die Rechteck-Kurve noch sauber abgebildet wird. Zusätzlich wird in einem Diagramm (siehe Abbildung) dargestellt, wie hoch sich der Phono-Vorverstärker aussteuern läßt (horizontale Skala) und wie groß bei unterschiedlicher Signalspannung die Verzerrungsprodukte sind (vertikale Skala). Die Abbildung unten zeigt die Diagramme von einem qualitativ mittelmäßigen, einem guten und einem sehr guten Phono-Vorverstärker.

Die waagerechte Kurve soll im linken Teil des Meßblattes möglichst weit unten verlaufen und erst bei höheren Spannungen (150 Millivolt oder mehr) ansteigen.

Bei allen Verstärkern, die neben einem Phono-Vorverstärker für Magnet-Systeme einen zweiten MC Vor-Vorverstärker für dynamische MC Systeme besitzen, werden die entsprechenden Diagramme zusätzlich abgebildet. Da "Moving Coil"-Systeme noch erheblich geringere Spannungen liefern als magnetische Abtaster, darf auch die Übersteuerungsgrenze für den Vor-Vorverstärker niedriger liegen. Werden Rechtecksignale bis zu 20 Millivolt sauber verarbeitet, kann ein VorVorverstärker bereits als gut eingestuft werden.

Jürgen Schoppmann in 1982

Mal sehen, ob sich seine Formulierungskünste im Laufe der Zeit verbessert haben. Hier jedenfalls hat er sich nicht so sehr mit Ruhm bekleckert.
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